Betty (10 Jahre, weiblich, kastriert)

Stand: 28.03.2018

Betty – nach Leben im Stall ein Leben im Tierschutz

Dank der Aufnahme der völlig verwahrlosten und verängstigten Malteserhündin in einer griechischen Tierherberge hat die Malteserhündin Betty nun eine verdiente Chance auf ein erstes richtiges Leben. Diese räumen wir ihr hiermit ein und hoffen für Betty, dass sie „gesehen“ wird und jemand sich für die Hundeseniorin erwärmen kann.

Betty wird auf 10 Jahre geschätzt. Genaue Angaben gab es von der Vorbesitzerin nicht. Der Grund der Abgabe unter der Erpressung des Aussetzens des Hundes als Alternative entsprach nicht der Wahrheit. Betty und auch Katy, die wir ebenfalls vorstellen, lebten ihr ganzes Leben in einem Schafstall. Wozu Malteserhündinnen dort gehalten wurden, lässt nur mutmaßen. Schlussendlich war es das Glück der Tiere, abgegeben worden zu sein und damit Tageslicht kennenzulernen, sich frei bewegen zu dürfen, von der Last der Verfilzungen bis auf die Haut befreit und gesundheitlich wieder hergestellt zu werden.

Betty, die mit ca. 28 cm Schulterhöhe gemessen wird und mit 4 kg Normalgewicht hat, hat sich schnell erholt. Sie wurde entwurmt, geimpft, kastriert, getestet (sie ist frei von Mittelmeerinfektionen) und ihre Zähne wurden saniert. Zugeschwollene Gehörgänge erwiesen sich als hartnäckig. Die Ohren waren ihr wohl in all den Jahren nie gesäubert worden.

Was Betty und Katy ebenfalls nie kennengelernt hatten, war die menschliche Hand als positiver Überbringer von Futter und Zuwendung. Betty flüchtete anfangs vor dem Menschen und versteckte sich. Inzwischen ist Betty vertraut mit ihren Menschen, lasst sich auf den Schoß nehmen und streicheln. Sie geht an der Leine, ist überhaupt gut zu Fuß und kommt mit allen Hunden des großen Hunderudels problemlos zurecht. An Sozialisierung fehlte es Betty nur mit Menschen, was eine aussagekräftige Tatsache war, die zu dem Gesamtbild passte.

Wahrscheinlich auf Fehlernährung und Entzündungsherde im Körper zurückzuführen hatte Betty laut Auswertung der Bluttestergebnisse durch den Tierarzt erhöhte Leberwerte. Das Gesamtblutbild war ansonsten in Ordnung und auch die Leberwerte verbesserten sich rasch nach Verordnung von Leberdiätfutter und Mariendistelextrakten als Nahrungsergänzung und natürlich nach Beseitigung aller Entzündungsherde im Körper. Zwei winzige und wirklich sehr arme Hunde haben damit erneut das immer knappe Tierschutzkontingent gewaltig angegriffen, zumal es vorher weitere Notfälle gab, die heute alle ein glückliches Leben in Deutschland führen (z.B. Lissy, Panos, Ruben, Tiny, Mandy). Sie beweisen, dass es sich lohnt, für ein Tier zu kämpfen, was uns ihre neuen Besitzer sehr glücklich bestätigen. Die Reihe derer, die mehr als das Normalmaß an Betreuung und tierärztlicher Versorgung benötigen, wird immer lang sein. Ob am Ende Erfolg nach all diesen kostspieligen und mühevollen Maßnahmen stehen wird, zeigt das Leben. An dem halten jedenfalls auch die Oldies noch gerne fest, aber sie benötigen Hilfe.

Inzwischen hat Betty zum zweiten Mal einen Hundefriseur gesehen. Eine Fellpflege kann dort leider niemand übernehmen, weshalb sie schnell wieder leicht verwegen aussah. Betty aber lebt auf und bewegt sich sicher im Haus. Zum Schlafen sucht sie hauptsächlich die Nähe der früheren Lebensgefährtin Katy. Die beiden sieht man oft zusammen schlafend in einem Körbchen, wenn denn eines frei ist. Ansonsten schlafen beide eng aneinander auf dem Boden oder in einer Zimmerecke an die Wand gelehnt. Gewohnheit aus alten Tagen im Stall.

Betty kann dennoch als Einzelhund vermittelt werden. Die Unkompliziertheit des Zusammenlebens mit vielen Vierbeinern hat Betty geholfen, Ängste abzulegen. Sie hat viel Neues kennengelernt, aber noch nicht die ganze Palette eines Hundelebens. Ihr Leben ist ein erweitertes und viel besseres, aber immer noch sind die meisten Türen für sie verschlossen. Es ist daher nun an der Zeit für die Seniorin Betty, der man ihr Alter nicht ansieht, eine Stufe weiter zu kommen und ein Leben als Haus- und Familienhund mit Zuwendung erstmals beginnen zu dürfen. Es werden nicht mehr so viele Jahre werden können, wie die, die vergeudet hinter ihr liegen. Dafür sollten es nun qualitativ wertvolle Jahre werden. Betty hat es verdient und sie wird ihre Chance wahrnehmen und zeigen, wie wertvoll ihr das Leben an der Seite von Menschen werden wird.

Für Betty sprechen wir nicht nur Liebhaber dieser Rasse an, sondern echte Tierfreunde, die nicht nach einem perfekten jungen Hund suchen, sondern für ein Tier für eine zeitlich enger gefasste Zeit sorgen wollen. Dazu gehören auch bei Bedarf tierärztliche Versorgung, die heutzutage nicht unerwähnt bleiben darf, was mögliche Kosten betrifft. Für Betty stellen wir uns einen eher ruhigen Haushalt mit geregeltem Tagesablauf vor.

 

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