Pepino (geb. 12/2020, mänllich, kastriert)

Stand: 12.05.2022

 

Pepino – wurde als Geschenk verweigert

 

Der 1,5 Jahre alte, inzwischen kastrierte Chihuahua-Rüde Pepino wurde als Geschenk von einer jungen Frau für einen Freund vom Züchter erworben. Ein unüberlegter Kauf eines Lebewesens, wenn man es diplomatisch formuliert. Im Tierschutz kann man nach so vielen Jahren der Aufklärung, dass Tiere keine Geschenkartikel werden dürfen, nur noch den Kopf schütteln. Wie immer sind die Leidtragenden die Tiere.

 

Pepino hat mit seinen 1,5 Jahren nichts Gutes erlebt. Der Freund verlor die Fassung, was Pepino zu spüren bekam an der Stimmung. Der Züchter nahm ihn nicht zurück und erstattete natürlich auch nicht den Kaufpreis. Wohin mit ihm? Der Weg führte zur Abgabe in einer Tierstation, wo Pepino nun den Tierschutz Geld kostet mit Kastration und Bluttests, die bei allen Tieren gemacht werden. Am Schlimmsten ist es jedoch, das Seelenleid dieser Tiere zu spüren zu bekommen.

 

Pepino war sehr verängstigt. Die beiden Yorkshire Terrier Basti und Daisy in der Station konnten ihm mit ihrer Unbeschwertheit und Fröhlichkeit helfen, sich neu zu orientieren. Sie werden dem Winzling mit 23 cm Schulterhöhe und 4,2 kg jedoch nur noch für einen Tag zur Seite stehen können; sie stehen kurz vor der Abreise in ein liebevolles gemeinsames Zuhause.

 

Inzwischen ist Pepino jedoch weitestgehend aufgetaut. Er sucht die Nähe zum Menschen und hat Vertrauen gefasst. Wann immer verfügbar, sucht er seine Streicheleinheiten und liebt es auf den Arm genommen zu werden. Mit seinen großen Augen und seiner Anschmiegsamkeit kann er jedes Herz erweichen. Pepino sucht und braucht Nähe und Zuwendung. Das ist sein erster Schritt ins Leben. Es müssen noch weitere folgen. Pepino kennt offensichtlich nichts von der Welt, keine Leine, keine Ausflüge ins Freie und ist damit auch noch nicht stubenrein.

 

Nach seiner Kastration, von der sich Pepino gerade erholt, wird er mit einem einfühlsamen und erfolgreich arbeitenden Tiertrainer die nächsten Schritte machen. Der junge Mann widmet sich diesen herrenlosen Tieren einmal die Woche gegen kleines Entgelt. So sollen vor allem noch nicht sozialisierte Tiere (zu denen wir Pepino nicht mehr zählen) zukünftig auf ein Leben in einem Zuhause ansatzweise vorbereitet werden. Dafür sind wir sehr dankbar. Man sieht, wie schnell diese Tiere unter der richtigen Anleitung lernen.

Für Pepino, der frei von Mittelmeerinfektionen und gesund ist, suchen wir ein einfühlsames Zuhause mit regelmäßigen Spaziergängen und ohne großen Trubel, aber auch ohne Einsamkeit. Artgenossen sind kein Problem für Pepino. Sie ersetzen ihm jedoch nicht die menschliche Zuwendung, die er gerade für sich als größten Gewinn entdeckt hat.

Pepino_Film.mp4
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