Joker (geb. 3/2021, männlich, kastriert)

Stand: 13.02.2022

 

Joker – braucht Menschen wie die Luft zum Atmen

 

Die jungen Rüden Joker und Meckie wurden als Welpen aufgenommen. An einem Abend hörte man unweit der Anlage lautes, klägliches Schreien eines Tieres, das man zuerst einem Esel zuordnete. Bald wurde deutlich, dass es sich um einen ausgesetzten Welpen handelte: Joker. Genau genommen waren es zwei Hundebrüder: Joker und Meckie, den wir noch separat vorstellen.

 

Die heute knapp 11 Monate alten, bereits kastrierten und natürlich doppelt geimpften Rüden sind wahrscheinlich Geschwister. Sie mussten bei Menschen gelebt haben, da Joker sehr an Menschen hängt. Sein klägliches Schreien führte zu dem Ort, wo sich die beiden befanden, an einen Gartenzaun gebunden. Selbst nach Mitnahme und bereits im Haus der Tierstation unter vielen Hunden konnte sich Joker nur schwer beruhigen und nach langer Zeit seine Klagelaute beenden.

 

Seitdem fällt auf, dass Joker nur Blicke für die Stationsleiterin hat. Er folgt ihr überallhin, unauffällig du ohne Forderung. Joker möchte sie nicht aus den Augen verlieren. Wenn alle Hunde sich abends zum Schlafen legen auf einen großen Pulk, unter dem kaum noch eines der Hundebetten zu sehen ist, bleibt Joker so lange wach, bis die Stationsleiterin sich ebenfalls zur Ruhe begeben hat. Dabei fordert er nichts. Er ist nur da.

 

Tagsüber ist Joker bei all den anderen Hunden auf dem Gelände draußen. Seine traurigen Augen spiegeln Leid, das er in sich verspürt. Ein junger Rüde von ca. 35 cm Schulterhöhe, der so gut wie erwachsen inzwischen ist, empfindet noch immer den Verlust der/des ersten prägenden Menschen als (Seelen)Qual.

 

Joker ist ein ruhiger, empfindsamer und sehr anhänglicher Hund. Er erweckt mehr den Eindruck eines Kleinkindes, das an der Schürze der Mutter hängt. Beide Hunde sind weder scheu noch schwer zu handhaben. Sie machen es den Menschen leicht, sie gern zu haben. Wer es liebt, von seinem Hund sichtlich geliebt zu werden und ihn immer an seiner Seite wissen möchte und kann, der ist bei Joker richtig.

 

Als möglichen Nachteil könnten wir uns jedoch vorstellen, dass er noch Ängste entwickeln könnte bei Alleinbleibezeiten. Für ihn suchen wir daher ein Zuhause, in dem er nicht unbedingt allein bleiben muss, jedenfalls nicht unter Zeitdruck und nicht auf absehbare Zeit. In der Tierstation ist Joker stundenlang ohne einen Menschen, wenn die Leiterin ihrer Arbeit nachgehen muss oder nicht in der Station ist.

Betrachtet man jedoch dann seinen Gesichtsausdruck, so möchte man meinen, dass eine tiefe Grundtraurigkeit in seinen Augen ist, wenn er allein unter den anderen Hunden sitzt, auch wenn man keine Klagelaute mehr von ihm gehört hat. Joker hat sich arrangiert, ist aber nicht glücklich ohne Menschen.

 

Joker trägt für uns einen passenden Namen, der nichts mit Joke=Witz zu tun hat. Es gibt eine besondere Karte in Kartenspielen, bei denen ein Joker ein Gewinn ist. Diesen Gewinn wünschen wir auch dem jungen Joker, der aus seinem Leben bisher keinen Gewinn gezogen hat. Nur der Mensch kann ihm Freude bringen in sein neues Leben, das wir ihm sehr wünschen.

Joker spielt Jun 22.mp4
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