Pluto (4 Jahre, männlich, kastriert) - verstorben

Aktualisierung am 17.11.2015

Pluto – ein Leben mit nicht sichtbarem Handicap

Dank einer Spende von 150 € für Pluto konnte er inzwischen einem Tierarzt in Griechenland vorgestellt werden für eine allgemeine Untersuchung mit Röntgen des Schädels und Bewertung der Lage, ob für Pluto eine Operation eine Verbesserung bringen könnte. Das Röntgenbild, das uns in Deutschland vorliegt, haben wir einer renommierten Tierklinik im Taunus vorgelegt mit der Bitte um Beurteilung. Es lässt einen Unfall vermuten, nach dem das Kiefergelenk (an)gebrochen war und versteift zusammen gewachsen ist. Mit Sicherheit lässt sich das nach dem Röntgenbild allein jedoch nicht sagen. Dazu würde ein CT z.B. mehr Aufschluss geben können. Die Frage danach wäre jedoch, was ist zu tun? Gäbe es eine zu erwartende Verbesserung hinsichtlich der Beweglichkeitsmachung des versteiften Kiefergelenks? Dies erscheint mehr als fraglich und daher auch hier die Meinung, alles so zu belassen wie es ist, zumal der Rüde damit zurechtkommt.

Pluto gilt als Meister seines Schicksals. Er kann fressen - mit artistischen Einlagen - und er kann auch trinken. Damit ist sein Überleben gesichert. Seiner neuen Lebensfreude nach seiner Rettung tut sein Handicap keinen Abbruch. Er lebt und rennt mit den anderen Vierbeinern. Es kann sein, dass er schneller aus der Puste kommt oder durch vermehrtes Hecheln beim Auspowern einmal nasse Mundecken bekommt. Schlimmeres war bisher nicht zu beobachten. Ein Verschlucken scheint es nicht geben zu können mit dem Risiko des Erstickens, da Pluto husten kann, wenn etwas in die Luftröhre rutschen sollte.

Summa summarum bedeutet dies, dass ein ansonsten lebensfroher Hund sein Leben so leben kann und es an den Menschen hängen wird, mit dem Hintergrundwissen und dem gelegentlichen Hüpfen bei der Nahrungsaufnahme zurecht zu kommen. Mitleid benötigt Pluto nicht. Er kämpft nicht dagegen an, wie wir es tun würden, wenn wir den Mund nicht weiter öffnen könnten und sicher in Panik gerieten. Für Pluto ist es „seine Normalität“.

Sollte eine andere Lösung vonnöten werden oder angegangen werden, so wäre für Pluto Dank einer Patin die Möglichkeit gegeben, einen Eingriff oder was auch immer Pluto benötigte finanziell abgedeckt zu sehen. Dafür danken wir Frau L., die unseren Verein dies spontan wissen ließ. Insofern hat Pluto eine „Art Lebensversicherung“, die ihn nicht ausgrenzt von den Möglichkeiten der modernen Medizin. Objektiv betrachtet, benötigt Pluto aber keine ärztliche Hilfe, sondern einen Lebensraum, in dem er so sein darf wie er ist. Für ihn wird kleinkörnige kalorienreiche Nahrung (Premiumfutter für kleinere Rassen) benötigt, sonst nichts.

Pluto möchte beachtet werden und „einfach nur leben und sich bewegen dürfen“. Ein Hund mit alltäglichen Bedürfnissen und einem nicht alltäglichen Handicap, das man nicht sofort sieht und das er für sich als solches nicht ansieht. Es bringt Pluto keine Schmerzen. Unter den Hunden wird er normal behandelt, ohne Rücksichten. Ob auch Menschen das können und ihm eine Chance auf ein besseres Leben geben, muss ich ergeben. Bisher gibt es nur eine endgültige Entscheidung für Pluto, dass er weiter leben wird. Einer Vermittlung als Handicaptier stünde von Plutos Seite nichts im Wege.

 

 

Pluto – still und friedlich eingeschlafen

Mai 2018:

Pluto ist verstorben. Morgens hat er noch wie immer sein Spezialfutter gefressen auf seine ihm typische Art und getrunken. Er fiel durch sein normales spielerisches Verhalten auf und dass er sich eine Schmuseeinheit abholen wollte. Am Abend lag er zusammengerollt in der Ecke eines Geheges – ohne erkennbare Verletzung oder Agonie. Wir wissen nicht, woran er gestorben ist. Ein Verschlucken oder Eindringen von etwas in die Luftröhre, das zum Erstickungstod hätte führen können, kann ausgeschlossen werden.

Die Pluto verbliebene Zeit war eine Zeit der Freiheit für ihn. Er war ein Meister der Technik des Überlebens und er wusste das Leben zu genießen. Wir hätten ihm noch so viel mehr gewünscht…

 

 

Notfall

Bitte um Patenschaft für Pluto

Stand: 19.10.2015

Der ca. vierjährige kastrierte Rüde Pluto, der von seiner Rasse eindeutig zur Gruppe der Laufhunde gehört, war im Besitz einer Frau, die durch Krankheit und anschließenden Arbeitsstellenverlust psychisch jeden Halt verloren hat und auf unbestimmte Zeit in stationäre Behandlung musste. Sie wird ihre Tiere auch künftig nicht mehr versorgen können, sollte sie den Weg in ein normales Leben noch einmal zurückfinden. So ähneln manche Tierschicksale auch denen der Menschen, in deren Besitz sie waren. Besitzlosigkeit bedingt Heimatlosigkeit und umgekehrt. Menschen können darüber den Verstand verlieren; nach den Tieren fragt bald niemand mehr.

Viele der Tiere in dem verwilderten Garten waren bereits stark abgemagert. So mussten ganz schnell die Hunde und Katzen verteilt werden unter Tierschützern, bevor ihr Weg sie wieder alternativlos auf die Straße führte. Einige Tiere fanden ein Zuhause in Griechenland. Übrig blieben die alten, behinderten Tiere und Pluto, dessen Behinderung man nicht auf Anhieb sehen kann.

Pluto, der nur noch Haut und Knochen war, da er von den Essensresten der Nachbarn nicht leben konnte, sollte nach der Diagnose „Kiefersperre“ eingeschläfert werden. Zu seinem Glück war der Tierarzt noch in Urlaub und die Stationsleiterin bemerkte etwas ganz Erstaunliches. Es war nicht nur, dass der anhängliche Pluto zeigte, dass er leben wollte mit allen Zeichen, die er setzte. Es war eine von ihm entwickelte Fresstechnik, die selbst erfahrene Tierschützer noch nie so gesehen hatten.

Erstmals fand Pluto wohl durch ausreichend zur Verfügung stehendes Hundetrockenfutter richtigen Zugang zu Nahrung, denn er kann seinen Unterkiefer nicht mehr bewegen und damit das Maul nicht öffnen, wie es zur Aufnahme von Nahrung nötig ist. Ein kleiner Spalt zwischen den Vorderzähnen erlaubt es ihm die Pellets aufzunehmen. Er wirft sie sich mit einem Schwung dann in die Kieferspalte und verschluckt danach das Futter. Da Hunde Nahrung meist verschlingen und nicht unbedingt sorgfältig kauen müssen wie wir Menschen, hat es keine negativen Auswirkungen auf die Verwertung der Nahrung oder seine Verdauung. Unglaublich, aber wahr, Pluto nahm in kürzester Zeit mehrere Kilos zu, was bedeutet, dass er ausreichend Nahrung aufnehmen kann, Bröckchen für Bröckchen.

Auch bei der Wasseraufnahme kam Pluto ein Umstand aus dem Tierschutz zugute, dass diese Tiere nämlich aus Eimern getränkt werden wegen der großen benötigten Wassermenge für so viele Tiere. Pluto taucht hier seine Schnauze so tief ein, dass er hörbar trinken kann.

Seine körperliche Entwicklung hat gezeigt, dass Pluto ausreichend Futter und Wasser mit seiner entwickelten Technik aufnehmen kann, um zu überleben. Wie kein anderer hat sich Pluto damit zurück ins Leben gekämpft. Er ist fröhlich und ein aktiver Hund, der im Hunderudel lebt wie jeder andere. Man sieht Pluto nicht an, welches schwere Schicksal ihn fast verhungern ließ und dass er nach dem verständlichen Rat eines Tierarztes bei telefonischer Befragung eingeschläfert werden sollte.

Wir möchten dem cleveren Überlebenskünstler Pluto (s)eine Chance auf Leben lassen, möchten aber auch wissen, was der Hintergrund dieser Kiefersperre gewesen ist (Unfall wie bei Snuppi letztes Jahr oder z.B. eine Krankheit) und natürlich, ob man ihm helfen kann, seinen Unterkiefer wieder besser öffnen und schließen zu können. Daher bitten wir für Pluto um Patenschaften, damit verschiedene Untersuchungen eines ansonsten scheinbar gesunden Hundes gemacht werden können. Mit dem Ergebnis wollen wir neu überlegen, ob, und falls ja, wie man Pluto in ein normales Leben wieder helfen kann. Sollte es nicht möglich sein, so wissen wir bereits jetzt, dass wir nicht ohne Not durch einen besonderen Anlass es über das Herz bringen werden, ihn töten zu lassen.

Pluto liebt das Leben und er zeigt keine Anzeichen, die auf eine Tierquälerei damit Hinweis geben würden. Problematisch kann es natürlich im Hochsommer Griechenlands werden, da Pluto z.B. nur wenig hecheln kann, um einen Hitzestau zu vermeiden. Für ihn wäre dann ein Aufenthalt oder wenigstens eine Rückzugsmöglichkeit im Haus wichtig. Bis dahin aber ist noch Zeit und er hat bereits diesen Sommer unter widrigsten Umständen überlebt. Man wird die Situation auf sich zukommen lassen müssen. Wenn es eines Tages für den netten Rüden keinen Ausweg mehr geben wird, wird man ihn verabschieden mit einem gehörigen Respekt vor so viel Lebenswille und Einfallsreichtum. So aber sehen wir einen fröhlichen Hund, der seine Situation nicht als Qual empfindet, sondern als eine Gegebenheit, mit der man umgehen lernen muss. Das hat Pluto für sich allein geschafft.

 Wir wissen, dass es hierzu auch andere Meinungen geben wird, die wir übrigens auch spontan geäußert haben, als wir von Pluto hörten. Dann sahen wir ihn, spürten seine Zuneigung (nicht aus Hilflosigkeit), seine Lebensfreude und sahen seine Techniken bei der Aufnahme von Nahrung und Wasser und nahmen von einer so endgültigen Entscheidung erst einmal vorsichtig Abstand.

Mit Bewunderung sehen wir wieder einmal an einem Tier, wie es mit einem Schicksal umgeht, wenn es sich für das Leben entschieden hat.

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