Mailo (3,5 Jahre, männlich, kastriert)

Stand: 28.07.2018

Mailo und Misha –  kein Leben ohne den anderen

Es mag theatralisch anmuten und vermenschlicht, doch Mailo und Misha haben gezeigt, dass eine Trennung, zumindest den einen von beiden, an die Schwelle der Verzweiflung, des unerträglichen Leids bis hin zur Selbstaufgabe bringen wird. Dies trifft vor allem auf den braun-weißen Mischling Mailo zu, der gerade noch rechtzeitig gerettet werden konnte vor gut zwei Monaten durch Wiederzusammenführung mit seinem Hundebruder Misha, der bereits vermittelt war. Obwohl es noch andere Geschwister aus dem gleichen Wurf gibt, mit denen Mailo auf Vermittlung wartend zusammen lebte, gab es nur einen Hund, mit dem Mailo zusammen sein wollte und den er so schmerzlich vermisste: Misha.

Nach Mishas Reise ins Glück gab es für Mailo nur kurze erschöpfte Ruhezeiten, in denen er nicht laut jaulend an der Gehegetür stand, durch die Misha gegangen war und nicht mehr zurückkam. Niemandem war über fast zwei Jahre Aufenthalt in der Station aufgefallen, dass genau diese Hundebrüder so eine enge Freundschaft oder Tierliebe untereinander verband. Über drei Monate versuchte man in Athen Mailo abzulenken und hoffte auf Beruhigung. Ohne Erfolg. Es war Herz zerreißend.

Ein Happy End gab es erst, als Mailo endlich wieder mit Misha, der vom Verein zurück genommen wurde, hier in Deutschland zusammen kam. Seitdem sind die beiden unzertrennlich, was eine Vermittlung für beide zusammen nicht unbedingt einfacher macht.

Misha und Mailo sind Januar 2015 in Athen geboren, nach kurzer Zeit bei sehr alten Menschen vom Tierschutz übernommen worden, kastriert, geimpft und auf Mittelmeerinfektionen wiederholt negativ getestet, letztmalig in Deutschland. Es sind sensible, lebensfrohe, verspielte und sehr anhängliche kleine Rüden. Beide lieben Gassigänge und sind flott dabei zu Fuß.

Mailo hat sich „auf Frauen spezialisiert“ bei der Vergabe und freudigen Bekundung seiner hingebungsvollen Liebe zum Menschen. Aber auch das Herrchen steht nicht schlecht im Kurs, wenn Frauchen arbeitet. Misha liegt gern in den Armen des Herrchens der Familie, die die beiden aufgenommen hat, um das Martyrium der Trennung für die beiden bis zu einer hoffentlich möglichen gemeinsamen Vermittlung zu beenden. Den ganz besonderen Menschen Petra und Geert sei Dank an dieser Stelle, da es sich hier um Mailos Rettung handelte.

Beide Hunde waren traumatisiert; jeder auf seine Weise und doch auch wieder ähnlich. Misha schreckt bis heute zusammen, wenn sich Beine unter dem Tisch bewegen oder ein Stuhl nach hinten gerückt wird. Nicht selten hört man ihn immer noch einmal kurz aufschreien. Welche Erlebnisse dazu geführt haben mögen, die ihm solche Angst machen oder machten, wissen wir nicht. Dies bedeutet jedoch nicht Angst vor den Menschen, im Gegenteil: Misha möchte die Nähe zu Menschen, was er auch bei Besuchen der Familie beweist mit ihm fremden Personen.

Mailo hat nur Angst, wenn sein Bruder Misha weggebracht wird. Daher sind auch Tierarztfahrten nur mit Beistand des anderen Vierbeiners möglich. Noch löst jede Autofahrt den Gedanken bei beiden aus, dass sie sich oder ihr Heim wieder verlieren könnten. Nach kurzer Zeit jedoch beruhigen sie sich. Die größte Freude ist für beide dann die Heimkehr.

Während Misha sich problemlos neuen Menschen anschließen könnte, um allein mit ihnen glücklich zu sein, ist eine Einzelvermittlung angesichts des Leids auf Mailos Seite nicht mehr zu erwägen. Für Mailo galt in Griechenland, wo er nach Mishas Vermittlung allein zurück blieb, wie auch heute, glücklich wieder vereint mit Misha, Wort für Wort: „Bis dass der Tod sie scheidet“.

Damit suchen wir für zwei verspielte, unternehmungslustige und manchmal auch pfiffige kleine Hunde eine Vermittlung im Doppelpack. Es sollten Hundefreunde sein, die über ein Haus mit Garten verfügen, da die beiden gern auch einmal rennen und am Zaun einen Passanten übermütig verbellen. Bewegung löst Spannungen, hier seelischer Art. Beide sind körperlich gesund und fit und können ins Leben entlassen werden. Der seelische Stress hat sich deutlich gelegt, wird bei einer Neuvermittlung sicher nochmals entstehen. Sobald die beiden aber erkennen können, dass es eine dauerhafte liebevolle Bleibe sein wird, werden es wieder die fröhlichen Hunde werden, die sie jetzt geworden sind.

Ihr Leben war lange in dunkle Schatten getaucht; erst nach ihrer Wiederzusammenführung haben sie für sich ein neues Leben entdeckt, das sie sehr lieben. Dazu gehören Menschen, deren Liebe sie spüren wollen und denen sie auch körperlich nahe sein dürfen. Ein Plätzchen auf dem Sofa zur Anlehnung lässt die beiden strahlen und entspannt schlafen. Lange Alleinbleibezeiten wären nichts für die beiden, obwohl sie durchaus auch allein bleiben können - so lange der eine den anderen an seiner Seite weiß.

„Freunde fürs Leben“ auf vier Pfoten suchen nun gleichgesinnte Zweibeiner und ein Heim, das sie mit ihnen teilen dürfen. So eng wie die Bindung zwischen diesen Hunden ist, so eng werden sie auch ihre Bindung zu neuen Menschen aufbauen. Dieses Band sollte daher wechselseitig in allen Lebenslagen halten dürfen. Eine Entscheidung für dieses leidgeprüfte untrennbare Doppel sollte daher zumindest doppelt gut überlegt sein.

 

Mailo_Misha_Film.mp4
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