Lenny (10 Jahre, männlich, kastriert)

Aktualisierung am 08.06.2019

 

Dem kleinen Lenny geht es deutlich besser, nachdem er u.a. wegen der Augen zweimalig in einer Tierklinik vorgestellt wurde. Seine Augen waren entzündet und zeigten eine starke Trübung. Zwei kleine Eingriffe sorgten dafür, dass Lennys Augen sich sichtlich verbesserten. So, wie Lenny heute eigenständig über die Veranda die Treppen herunter läuft und sich unter den Hunden im Umfeld auf unebenem Beton und erdigem Untergrund mit Buddellöchern bewegt, lässt erkennen, dass er zumindest schemenhaft wieder sehen können muss. Andernfalls wäre er ein Orientierungstalent, was auch von Vorteil ist. Lenny kommt erstaunlich gut zurecht ohne fremde Hilfe und meistert bewundernswert sein Leben.

 

Der letzte Tierarzt schätzte Lenny älter ein, wobei es schwer festzustellen ist, wie alt Lenny wirklich ist. Sein Gang und seine Freude an Bewegung lassen auf das zuerst geschätzte Alter schließen, seine Augen und abgenutzten Zähne lassen ihn natürlich älter erscheinen. Nicht zu vergessen ist, dass das Leben in der Tierstation gerade alten Tieren alle Kräfte abverlangt. Sie finden selten Ruhe und können keinem geregelten Tagesablauf nachgehen. Auch kann kein Mensch dort jedem Tier, das Fürsorge benötigt, einzeln nachgehen. Daher wünschen wir uns auch für Lenny für seine letzte Lebenszeit noch einmal das Gefühl für eine Heimat, so wie es die meisten Hunde kennen.

 

Lenny hatte im Frühjahr nach heftigen Regenfällen einen Infekt mit Husten, der behandelt wurde. Der Erstverdacht, dass Lenny auch Herzmedikamente benötigen könnte, hat sich nicht bestätigt, wird aber nochmals überprüft werden, denn auch Lennys Herz ist natürlich ein altes Herz und es kann sein, dass er medikamentöse Unterstützung später noch brauchen wird. Dies scheint momentan aber nicht der Fall zu sein, denn der Husten ist nach der Behandlung mit Hustensaft und Antibiotikum abgeklungen. Seine Organwerte haben sich ebenfalls normalisiert bis auf die Leishmaniose.

 

Lenny steht als wahrer kleiner Lebenskünstler zur Vermittlung, wohl wissend, dass seine ihm verbleibenden Jahre gering an Zahl sein werden. Bedingt durch die Leishmaniose benötigt er tägliche Tablettengaben (Allopurinol). Sein Herz sollte ebenfalls überwacht werden. Dennoch: Lenny ist kein Hund, der kurz vor seinem Tod steht. Er ist ein alter Hund mit Grunderkrankungen, die natürlich einmal Geld kosten werden. Durch sein niedriges Gewicht, ist der Preis für seine Medikamente nicht hoch (aktuell wenige Euros im Monat für Allopurinol). Tierärztliche Untersuchungen, wie Blutbilder, die im Regelfall alle halbes Jahr gemacht werden sollten, wenn es sonst kein Indiz für ein fragliches Geschehen gibt, sind jedoch nicht immer billig. Ältere Tiere laufen nicht mehr kostenfrei nebenher. Dieser Tatsache sollten sich Interessenten bewusst sein.

 

Die Liebe zu einem älteren und vorgeschädigten Tier hat einen höheren Preis als in der Regel bei einem jungen Tier. Wir wissen aus Erfahrung, dass es Menschen gibt, die diesen zu zahlen bereit sind, wie bei einem Tier, das bei ihnen alt geworden ist. Im Einzelfall kann der Verein hier helfend beitragen.

Lenny hat nach seiner Aufnahme, wie alle Tiere, viel Geld gekostet für Untersuchungen und die Augenoperation. Mit der Unterstützung seiner Paten waren wir in der Lage, diese Ausgaben für ihn zu tragen und haben es gern getan, denn gerade Lenny hat einen hohen Preis zahlen müssen an unverschuldetem Leid in der Hand von Menschen, die wenig bis nichts für ihn übrig hatten. Dabei ist nicht nur die wirtschaftliche Seite gemeint, die im Einzelfall schwierig sein kann und über die es nicht zu urteilen gilt, sondern hier die Situation, wie man Lenny ausgesetzt hat.

 

Nach wie vor suchen wir daher für Lenny nach den Menschen, bei denen er noch einmal aufleben darf und sich auf der Sonnenseite des Lebens „sehen“ und vor allem spüren darf. Menschen, die gewillt sind, Lenny eines Tages in ihren Armen einschlafen zu sehen mit dem gegenseitigen Gefühl, die kostbarste Zeit seines Lebens gemeinsam erlebt zu haben.

 

Diese abschließenden Worte gehen mit dankbarer Erinnerung an den alten Pudelmischling Tapps, der ein vergleichbares Schicksal hatte und dessen Frauchen sich gerade deshalb ihm angenommen hatte und es nicht bereute, Tapps gekannt und umsorgt zu haben. Sein neuer Name „Maxi“ hatte ihn auf Maximalqualität eines Hundelebens gehoben. Maxi hatte es genossen und konnte immer seine Lebensfreude auch auf seine Besitzerin übertragen.

 

Besondere Tiere mit besonderen Schicksalen und Schicksalswendungen hinterlassen besondere Erinnerungen.

Stand: 24.12.2018

Lenny – alt und blind, ausgesetzt…

In einer mit Zeitungspapier ausgelegten Gemüsekiste eines Supermarktes wurde der ca. 10 Jahre oder älter geschätzte Rüde Lenny vor dem Zaun der Tierherberge ausgesetzt. Zusätzlich band man ihn noch an dem Zaun fest. Ein kleiner alter Hund, dessen Augen blind oder geblendet waren und der an Haut und Fell nicht gut aussah. Ein Bluttest zeigte den Hintergrund: Ehrlichiose (Zeckeninfektion) und Leishmaniose positiv. Lenny musste vorwiegend im Freien gelebt haben. Die Zeckeninfektion wurde mit Antibiotika behandelt und er erhält seit Oktober Allopurinol gegen die Leishmaniose als Dauermedikation. Lennys Fell und Gesamtzustand hat sich deutlich verbessert.

Anfangs war nicht klar, was für den bedauerlichen Zustand seiner Augen verantwortlich war. Ist Lenny aufgrund des Alters erblindet? Der Tierarzt vermochte es nicht zu sagen. Ein Augapfel ließ grauen Star vermuten, der andere war in schlimmem Zustand. Er überwies Lenny daher in eine Tierklinik. Die Ärzte dort vermuteten zunächst einen Fremdkörper im Auge, was sich später aber nicht bewahrheitete. Lennys Augen wurden behandelt mit Tropfen. Der Erfolg stellte sich sichtlich ein. Lenny ist nicht mehr vollends blind, er sieht wieder schemenhaft. Zumindest findet er den Weg zur Stationsleiterin an allen Hunden vorbei. Sein Ziel ist es auf den Arm genommen zu werden.

Lenny ist ein kleiner Hund von ca. 25 cm Schulterhöhe und 4 kg Gewicht. In der Tierstation hat man bisher alles für ihn getan, was jeder Neuankömmling als Programm durchläuft, inklusive Kastration. Eine in Aussicht gestellte teure Augenoperation scheint nicht mehr nötig.

Lenny ist ein ganz armes Geschöpf, das wohl kaum jemals etwas Gutes erlebt haben dürfte. In der Station hat er Unterkunft, Futter, findet, wenn er Glück hat, ein Kissen oder Körbchen und wird medizinisch betreut, so gut es geht. Was er nicht hat, ist seine Ruhe. Die jungen Hunde turnen über ihn hinweg, rempeln ihn um oder spielen mit ihm in einer Art und Weise, die nicht schön anzusehen ist. In der Tierwelt nicht ungewöhnlich. Die einzige Alternative wäre ein Separieren von Lenny, der aber gern am Leben teilhaben möchte. Ein dortiges Leben als Gnadenbrottier ist für Lenny nicht ohne Besorgnis zu sehen. Er ist dafür zu klein, eingeschränkt im Sehen und damit Einschätzen der Situationen, in die er sich begibt.

Für Lenny würden wir uns das Weihnachtswunder wünschen, das auch für ihn noch ein ruhiges, warmes Plätzchen irgendwo bei liebevollen Menschen in Aussicht stellt. Menschen, die wissen, dass nicht die Anzahl der Jahre den Wert eines Lebens allein bestimmen.  Jeder, der sich selbst oder andere mit der Endlichkeit des Lebens einmal konfrontiert sah, weiß um die Magie des Augenblicks. Es würde uns freuen, wenn Tiere wie Lenny noch einen schönen Lebensabend verbringen dürfen. Er hat viel zu geben an Zuneigung, die ihm selbst kaum zuteil geworden sein kann, so wie man sich von Lenny verabschiedet hat. Wir würden den rüstigen kleinen Rentner gern willkommen heißen.

 

Lenny_Film.mp4
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