Kaliopi (geb. 2010, weiblich, kastriert)

Aktualisierung am 28.10.2019

 

Kaliopis Augenverletzung heilte äußerlich sichtlich schnell, aber bei der erneuten Vorstellung in der Tierklinik zur Nachsorge zeigte sich, dass die Infektion bereits über die Tränendrüse und den Tränenkanal den Knochen der Augenhöhle erreicht hatte. Die Tierärzte entschlossen sich daher zu einer sofortigen Operation mit Entfernung des Auges und chirurgischer Säuberung der Augenhöhle. Diese größere Operation erfolgte am 23. 10. Es schloss sich zur Sicherheit eine stationäre Aufnahme von Kaliopi in der Klinik für weitere drei Tage an.

 

Als Kaliopi abgeholt wurde und zu den Hunden in der Tierstation zurückkehren durfte, war Kaliopi außer sich vor Glück. Die in der Klinik so traurig wirkende Kaliopi ließ sich zuerst von der Leiterin hingebungsvoll streicheln und liebkosen, um dann wie wild vor Freude durch die Gehege zu flitzen. Kein Anstoßen, keine Unsicherheit im Laufen durch das erstmals eingeschränkte Gesichtsfeld mit nur einem Auge. Keine Zeichen von Schmerzen, Ermüdung o.ä. Kaliopi war und ist einfach nur glücklich.

 

Auch wenn es merkwürdig anmuten mag, aber es sind genau diese schlimmen Ausgangssituationen, die solche bewegende Freude aufkommen lassen können. Eine besondere Art der Freude bei Tier und Mensch nach Überstandenem. Erleichterung und das gegenseitige Gespür, für etwas gemeinsam gekämpft zu haben und nicht dabei verloren zu haben. Der Erfolg rechtfertigt den Einsatz und das Bangen weicht dem positiv gerichteten Blick nach vorn.

 

Wo die Zukunft eines verletzten und vorgeschädigten Tieres liegen und wie sie aussehen wird, kann man nie zu Beginn seiner Aufnahme sagen. Den wirklichen Tierschutzgedanken mit Respekt vor Leben und Leiden eines Lebewesens macht aus, dass man einen Schritt nach dem anderen geht, um ein Tier darauf vorzubereiten und ihm neue Lebensqualität ermöglichen zu können. Für Kaliopi war es ein erfolgreicher Weg, auch wenn der eine oder andere Tierfreund die frischen Narben in Kaliopis Gesicht schmerzlich sehen mag. Diese Wunden heilen schnell und sie werden für Kaliopi bald der Vergangenheit angehören. Narben werden sie nicht stören. An das eingeschränkte Gesichtsfeld hat sie sich schon gewöhnt.

 

Kaliopi ist voller Freude und hat im Vergleich zu ihrem vorherigen Leben vielleicht gerade die größte Freude für sich zu verzeichnen.

 

Dennoch wünschen wir Kaliopi noch einmal das ganz große Glück, in einem Zuhause alles erfahren zu dürfen, was es ausmacht geliebter Haushund zu sein. Sie ist trotz ihres Alters und der Leishmanioseinfektion fit und aktiv. Das Schicksal wird Wegweiser für den künftigen Lebensort von Kaliopi werden. Der Neustart ins Leben ist fürs Erste gelungen.

Stand: 13.10.2019

 

Kaliopi – Trägerin eines großen Namens

 

Kaliopi hat ihren Namen nach dem Tag erhalten, an dem sie gefunden wurde, dem 08. Juni. Es ist der Namenstag der Heiligen Kalliopi, die nach der alten griechischen Mythologie die älteste der neun Töchter des Zeus war. Charakteristisch war u.a. für sie ihre Schönheit, aber viel mehr die Schönheit ihrer Seele.

 

Mit dem ersten Blick von uns Menschen verbinden wir Schönheit immer mit äußeren Merkmalen. An äußerer Schönheit hat die Hündin Kaliopi nichts mehr zu bieten. Sie war eine wunderschöne langbeinige Hundeschönheit ganz bestimmt, als sie noch jung und unversehrt war. Jetzt kann sie nur noch mit der Schönheit der Seele, hier eines tollen Hundecharakters punkten. Nicht nur an den grauen Haaren sieht man der Hündin ihre jetzt geschätzten 9 Lebensjahre an. Sie ist vom Leid, das sie einige Jahre auf der Straße durchlitten haben muss, optisch gezeichnet auf einer Gesichtshälfte.

Das Schlimmste, weshalb Kaliopi dringend aufgenommen werden musste, war ein entzündetes Auge. Es wurde antibiotisch behandelt und dann auch operativ. Die Tränendrüse war verstopft und hochgradig entzündet. In einer Tierklinik konnte man ihr schließlich erfolgreich helfen. Kaliopi ließ alle erdenklichen Prozeduren über sich ergehen; spürte sie wahrscheinlich, dass ihr geholfen werden sollte. Das Auge heilt langsam u es kommen die ersten Haare, die die alte Verletzung eines Tages überdecken werden.

 

Inzwischen hat sich Kaliopi gut erholt. Sie ist freundlich zu Menschen und kommt mit alle Hunden sehr gut klar. Typisch Jagdhundmischling (wir sehen einen Pointermischling in Kaliopi) ist sie friedlich und kommunikations- und bewegungsfreudig. Trotz ihres Alters zeigt sich Kaliopi sogar noch verspielt. Eine Hündin, die von großem Leid gezeichnet war, zeigt große Freude am Leben und am Fressen! Ihre Futterschüssel ist das Einzige, was Kaliopi nicht mit anderen Hunden teilen mag. Sie knurrt, wenn diese ein anderer Hund leeren will, beißt jedoch nicht. Von Kaliopi geht keine Aggression aus.

 

Kaliopi ist durch das Grundprogramm der Aufnahme aller Hunde gegangen mit antiparasitären Behandlungen, Impfungen, Kastration und hier auch chirurgischer Behandlung des Auges. Leider sind auch Zeckeninfektionen dabei zu behandeln gewesen und es besteht ein Hinweis auf eine mögliche Leishmanioseinfektion. Symptome hat Kaliopi keine. Dennoch erhält sie Allopurinol, da durch die verschiedenen Behandlungen ihr Immunsystem gefordert ist. Wie der weitere Verlauf sein wird, bleibt abzuwarten. Bisher geht es Kaliopi gut. Sie hat Lebensfreude und kommt im Hunderudel gut zurecht.

 

Da Kaliopis Behandlungen teuer waren, würden wir uns freuen, wenn sich für Kaliopi Paten fänden, die mit helfen, Kaliopis Tierarztrechnungen und Medikamente leichter begleichen zu können. Wir gehen davon aus, dass sie ihr Asyl in der Station behalten muss. Ein Leben auf der Straße möchten wir Kaliopi nicht mehr zumuten. Sie hängt sehr an den Menschen und würde es nicht verstehen, wenn man sie zu einer Futterstelle zurück bringen und dort wieder verlassen würde. Auf ein Zuhause für Kaliopi noch zu hoffen, wäre ein Griff nach den Sternen. Diese hängen für Kaliopi wahrscheinlich doch zu hoch.