Hannah (geb. 12/2011, weiblich, kastriert) - reserviert

Stand: 08.08.2021

Notfall

 

Hannah – eine von drei ausrangierten Zuchthündinnen

 

Wiederkehrend müssen wir hilflos mit ansehen, wie „ausgemusterte“ Tiere von Züchtern „entsorgt“ werden. Impfungen, Kastrationen, medizinische Behandlungen, Tierfriseur und unendliche Mühe, Ihnen wieder Vertrauen in Menschen zu geben liegen dann in den Händen des Tierschutzes. Man möchte diesen unseriösen Tierhandel endlich beendet wissen. Solange aber die Nachfrage nach den süßen kleinen Stadthunden bzw. Rassehundewelpen ungefiltert besteht und Interessenten Wucherpreise zahlen, ohne darauf zu achten, wie die Mutterhündinnen gehalten werden, so lange wird sich nichts ändern.

 

Angesichts der ausrangierten Zuchthündinnen denken wir traurig vor allem an deren junge Nachfolgerinnen, deren Leid in grausamer Käfighaltung zur gleichen Zeit begonnen hat. Die Erlösung der einen nach vergeudeten vergangenen Lebensjahren bedeutet den Beginn des Martyriums junger Hündinnen, die ab diesem Zeitpunkt für Jahre ein grausames Leben der Ausbeutung führen werden. Der Tierschutz wird sie in ein paar Jahren dann wieder aufpäppeln dürfen, das, was von ihnen körperlich und seelisch übrig ist. So wird es immer wieder neu die besonders tierliebenden Menschen benötigen, die sich dieser armen Kreaturen, wie Hannah und ihre Leidensgefährtinnen Dona und Suzy es sind, annehmen wollen. Die erste Brücke für diese hilflosen Kreaturen bauen Menschen, die sie zunächst im Tierschutz bei sich aufnehmen und all ihr Geld dafür geben, um ihre Leiden behandeln zu lassen. Blutenden Herzens sehen sie auch die Auswirkungen der Seelenqualen, die diese Tiere durchlitten haben und versuchen wieder gutzumachen, was man noch gut machen kann.

 

Hannah ist eine Mischung zwischen Bichon und Yorkie (eine der vielen neuen Moderassen). Sie ist ca. 9-10 Jahre alt (geb. ca. Dez. 2011) und wiegt ca. 3 kg. Auf einem Auge besteht wahrscheinlich kein Augenlicht mehr, das andere ist bereits getrübt. Nach der Übernahme musste sie vor der ersten Vorstellung beim Tierarzt geschoren werden, denn Fellpflege kannte sie nicht. Dementsprechend verkrustet und entzündet waren ihre Ohren. Zähne hat sie fast keine mehr. Auch da wird es noch einer Sanierung bedürfen. Hannah ist bereits kastriert worden. Sie soll niemals mehr für den Gewinn gewissenloser Menschen Welpen produzieren müssen.

Alles in allem kostet den Tierschutz jedes dieser armseligen Hundchen bis zu seiner Vermittlung mit allen Bluttests, Behandlungen und OPs viele hundert Euros. Dem Züchter haben sie mit den süßen Welpen mehrere zehntausend Euros gebracht, von denen kein einziger Euro ihnen zu Gute kam.

Hannahs Fürsorge soll nun ihr und ihren beiden Leidensgefährtinnen gelten. Sie soll noch einmal kennenlernen, was es bedeutet, Vierbeinerfreund eines Menschen zu sein.

 

Zusammen mit den beiden Lebens- und Leidensgefährtinnen Dona und Suzy hat Hannah ein Spendenkörbchen aus Deutschland beziehen und sich in Decken aus den gerade eingetroffenen Spendenkartons einkuscheln. Ungläubig schauen die drei in eine neue Welt, sehen Licht und spüren Wärme, die sie noch nicht richtig zuordnen können. Menschen, die es erstmals mit ihnen gut meinen und ihnen die Möglichkeit geben, sich in einem kleinen Zimmer frei zu bewegen. Was sie von ihnen wollen bzw. wieder an ihnen gut machen wollen,… Hannah und Freunde wissen es noch nicht. Sie lassen wie gewohnt, alles über sich ergehen.

Wer sich für eine ausgediente Zuchthündin wie Hannah interessiert, darf nicht davon ausgehen, dass der Hund  stubenrein ist, problemlos an der Leine geht, aufs Wort gehorcht, nicht vor ihm Angst hat etc. All diese seelisch und körperlich misshandelten Hündinnen benötigen Einfühlungsvermögen, Verständnis, Geduld und viel Liebe. Diese werden sie eines Tages vielfach zurückgeben können, wenn sie „angekommen“ sind und Lebensfreude bei ihnen einkehrt. Genau diese wünschen wir uns sehr für Hannah und Freunde.

 

Sollte für Sie nur ein Welpe von einem (Hobby)Züchter in Frage kommen, werden Sie skeptisch, wenn dieser z.B. aktuell 2.500 € kostet (wofür?). Verlangen Sie ohne Vorankündigung das Kennenlernen der Elterntiere. Der unseriöse Welpenhandel boomt leider überall. Sie allein können dazu beitragen, gewissenlose Züchter zu erkennen und deren Gewinne mit Tiervermehrung nicht zu maximieren. Auch die Mutter Ihres Welpen kann eines Tages schnell wertlos werden. Ein hoher Preis für einen Welpen ist in anderem Sinn meist auch ein hoher Preis für das Leben eines Tieres im Hintergrund.

 

Hannah_Film.mp4
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