Benjamin (1,5 Jahre, männlich, kastriert)

 Stand: 13.12.2015

NOTFALL

 Benjamin – geschunden und danach ausgesetzt

Mit mehrfach gesplitterten Knochen am linken Hinterbein wurde der erst 1,5-jährige Benjamin in einer Bergregion ausgesetzt gefunden. Ein Hinterbein schlenkerte haltlos an dem mittelgroßen Hund, dessen Schwanz heftig wedelte, als man sich ihm fassungslos näherte. Die Schmerzen, die Benjamin haben musste, ließ er nicht erkennen, sondern Hunger und Durst.

Typisch für die Rasse der Bracken ist der kleine Benjamin einfach nur freundlich und dankbar. In dem großen Hunderudel der Tierstation lief er mit schlenkerndem Bein umher nach Futter suchend, um sich dann auf die Decken zu den anderen zu legen. Es schien, als ob es kein kürzlich ereigneter Unfall gewesen war und Benjamin sich mit seiner Situation auf drei Beinen humpelnd arrangiert hatte.

 Der Tierarzt räumte sofort eine Notfalloperation ein, nachdem das Röntgenbild eine Mehrfachsplitterung der Beinknochen und einen Abriss des Kniegelenkes zeigte. Man muss mit stumpfer Gewalt das Bein von Benjamin zertrümmert haben, so seine feste Meinung. Eine solche Verletzung als Unfallfolge anderer Art schloss er bei dem Blick auf das Röntgenbild aus.

Am 02.Dezember wurde Benjamin operiert. Das Bein war nicht zu erhalten. Gleichzeitig wurde der ca. 1,5-jährige Rüde noch kastriert. Da Benjamin die Gesellschaft der anderen Hunde so sehr mochte, durfte er trotz schwerer OP im Versorgungshaus unter den anderen liegen auf einem großen Hundebett aus Spenden, was er sichtlich genoss.

Die Wunden werden verheilen und Benjamin wird es auf drei Beinen bald so schnell sein wie die anderen. Das fehlende Hinterbein wird bei einem Hund seiner Größe und seines Alters ihm keine Schwierigkeiten machen. Benjamin wird normal leben können. Ob Menschen seinen Anblick als Dreibeinigen normal sehen können, muss sich erweisen. Wir würden uns freuen, wenn der fröhliche Bursche nach allem, was er erlebt haben muss, ein liebevolles Zuhause bekommen würde, das ihn nicht als Handicaptier mitleidig betrachtet, sondern ihn so nehmen kann, wie er ist.

Benjamin ist trotz seiner Verletzungen ein aufgeschlossenes Tier. Er erweist sich sogar direkt nach der OP als stubenrein, indem er sich durch Bellen bemerkbar macht, bis man ihn hinaus lässt für seine Geschäfte. Ein Zeichen, dass Benjamin bei Menschen gelebt haben muss. Dass er in falschen, grausamen Händen war, ist offensichtlich. Daher muss im nächsten Anlauf für ihn ein unerschütterlich festes und verantwortungsvolles Zuhause gefunden werden.

Der Name Benjamin, der aus dem Hebräischen die Bedeutung „Sohn des Glücks“ trägt, möge dem jungen Rüden das Quäntchen Glück bringen, das ein Hund fürs Leben braucht. Es ist weniger als man denkt und ist leider bei Tieren immer mit von uns Menschen abhängig.

 

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