Ali (2 Jahre, männlich, kastriert)

Stand: 21.05.18

Ali – lebenslange Narben eines unglaublichen Leids

Welche Narben überwiegen, möchte man sich fragen: die körperlichen oder die seelischen? Da Körper und Seele eins sind und im Einklang sein müssen bei allen Lebewesen, erübrigt sich eine Antwort.

Ali hat schlimmstes Leid erfahren, welches man sich nicht weiter ausmalen möchte. Die Fotos, die seine Qualen und seine Schmerzen, wie auch seine lebensbedrohliche Situation Ende letzten Jahres zeigen, stellen wir bewusst ganz nach hinten und weisen darauf hin, dass man solche Anblicke verkraften können muss, was leichter fällt, wenn sie der Vergangenheit angehören.

Wir haben gewartet mit Alis Vorstellung, bis wir wussten, dass er überlebt und bis wir ihn als intakten Hund vorstellen konnten. Einen „Dornenkranz“ wird er sein Leben lang um den Hals tragen, dem ganze Haut- und Muskelparteien am vorderen Ende des Halses fehlen. Narben, die ihn ein Leben lang begleiten werden.

Ali war offensichtlich als Welpe schon an einer Kette und man hatte „vergessen“, die Kette am Hals  mit dem Wachstum des Hundes weiter zu stellen. Man hatte Ali ganz vergessen. Die Kette um seinen Hals wuchs so tief ein, dass Ali fast erstickte. Den Rest verursachten die Wunden, die eiterten und die Kette nur noch in Teilen in seinem Hals zeigten. Eine aufmerksame Tierschützerin hat den jungen Rüden, der sehr hungrig war, auf der Straße angefüttert und wurde ihm so eines Tages habhaft. Ali wurde sofort zum Tierarzt gebracht, der auf eine Spezialklinik verwies, da er diese Kette aus dem Hals des Tieres nicht so einfach entfernen konnte. Sie war eingewachsen. In mehreren Operationen wurden Ali Stück für Stück einzelne Kettenglieder aus dem Fleisch gelöst. Dabei mussten Teile seines Halses mit entfernt werden, da es abgestorbenes Fleisch war. Viel Leid und Schmerz für Ali, hohe Kosten und ein großer Einsatz für den Rüden seitens der Tierschützer.

Ali lebt seitdem in der Tierherberge und hat sich nach einigen Monaten komplett erholt. Die körperlichen Wunden sind abgeheilt. Er fängt an, an den Zaun zu kommen und fremde Menschen zu begrüßen, sich Leckerlis abzuholen und den Menschen anschauen zu können ohne Fluchtgedanken. Daher haben wir beschlossen, dieser armen Kreatur eine Vorstellung nun zu geben.

Ali ist noch jung, maximal 2 Jahre alt. Seine Schulterhöhe wird auf 55 cm geschätzt. Mit einem Maßstab wollte man ihn nicht unnötig verschrecken, daher haben wir erst einmal nur eine Schätzung. Während der Operationen wurde er ebenfalls noch kastriert. Dank guten Futters hat er eine Normalfigur bekommen und schönes Fell.

Was bei einer Vermittlung, so sie zustande kommen kann, zu bedenken ist: Ali braucht geduldige, ruhige Menschen, gerne einen zweiten souveränen Hund zur Seite (er ist mit allen Hunden verträglich) und ein gesichertes Grundstück. Man wird ihm nie ein Halsband anlegen können. Umso wichtiger ist ein gut sitzendes Brustgeschirr, aus dem er nicht entweichen kann und das ihm trotzdem Führung vermitteln kann. Ali muss noch viel lernen, vor allem, dass er nicht mehr solchen Menschen ausgeliefert sein wird, die ihm dieses unglaubliche Leid angetan haben. Er ist nun offener und sucht einen neuen Blick auf die Menschen, die ihn seit Monaten füttern und ihm alle Zeit der Welt ließen. Die Qualen der medizinischen Behandlungen konnte man ihm nicht ersparen.

Für Ali suchen wir auch Paten, um die Kosten, die schon alle beglichen sind, wieder dem Fundus zuzuführen, der für solche Notfälle spontan zur Verfügung stehen können muss. Mit einem hoch gegriffenen Wunsch suchen wir zudem den Stern am Himmel, der für Ali eines Tages leuchten soll mit einem Zuhause. Mitleid oder auch nur Mitgefühl mit so einem Hund ist jedoch nicht die allein ausreichende Basis, wenn man Ali ein Zuhause und wieder Freude geben möchte. Es braucht Erfahrung im Umgang mit ehemals traumatisierten Hunden. Nichts ist unmöglich, wie uns solche Tiere immer wieder zeigen, dennoch sollte man verantwortlich diesem Tier und sich und seinen Familienmitgliedern gegenüber sein, wenn man an eine Aufnahme denkt. Wir beantworten ehrlich Fragen dazu und beraten objektiv. Bis dahin behalten wir seine Entwicklung weiter wohlwollend im Auge.