Ali (2 Jahre, männlich, kastriert)

Ali – immerwährender Pechvogel ?

 

Aktualisierung am 28.04.2021

 

Schon lange möchten wir Alis Vorstellung aktualisieren und warten dafür auf konstante Endergebnisse zu seinen Entwicklungen hinsichtlich seines Wesens, für das es einige positive Lichtblicke gab, soweit es Begegnungen mit Frauen betrifft; Männer gehören nach wie vor nicht zu den Menschen, denen Ali spontanes Vertrauen entgegen bringen kann. Kein Wunder bei Alis Vergangenheit, die den jungen Hund einschneidend prägte.

 

Jedoch scheint Ali kein aussichtsloser Fall mehr zu sein, wenngleich wir noch nicht für Ali schon nach einem Zuhause in Kürze suchen, denn es gab und gibt medizinische Probleme, die es noch ganz zu überwinden gilt.

 

Gesundheitliche Probleme, die seit Herbst letzten Jahres im Fokus standen und medizinisch behandelt wurden, waren neben einer Babesiose- und Ehrlichioseinfektion auch eine Schilddrüsenunterfunktion, zu deren Nachweis eine Fellveränderung am Schwanz führte. All dies ist erfolgreich behandelt worden mit Medikamenten und Spezialfutter. Die größte Sorge stellte jedoch ein sich schnell vergrößerndes Geschwulst an seiner rechten Ferse dar (optisch vergleichbar einer Liegeschwiele), das nach Biopsien zwar gutartig war, sich aber nicht erfolgreich medikamentös behandeln ließ, wie erhofft. 

Am 11.03.21 wurde das Geschwulst daher operativ entfernt und Ali stationär in der Tierklinik aufgenommen, da die Stelle an der Ferse erwartungsgemäß sich als äußerst heikel erwies für den anschließenden Heilungsprozess. Diese Befürchtung seitens der Mediziner bewahrheite sich. Immer wieder musste die OP-Naht erneuter werden, da man einen Hund nicht über längere Zeit vollends ruhig stellen kann. Ali konnte so nicht in die Tierstation entlassen werden.

 

Seitdem warten wir von Woche zu Woche auf seinen geplanten Entlassungstermin, doch alle Termine verschoben sich wegen Komplikationen ständig aufs Neue. Ali ist nun seit sieben Wochen stationär aufgenommen. Eine sehr belastende Zeit für ihn, aber auch für die Stationsleiterin, die mit Sorgen die Rechnung erwartet, wenn Ali endlich entlassen werden kann und natürlich auch die Hoffnung nicht aufgeben möchte, dass Ali wieder sein Leben in der Station unbeschwert weiter leben kann. An eine Vermittlung ist momentan daher noch nicht zu denken.

 

Wo Schatten, ist bekanntlich aber auch Licht, wie ein Sprichwort weiß. Die letzten Neuigkeiten mit Fotos von Ali vor seinem morgendlichen Gassigang mit Tierarzthelferinnen zeigten, dass er der Not folgend aber auch Fortschritte gemacht hat, die sich in der Tierstation nicht hätten erzielen lassen. Ali geht nicht nur an der Leine, sondern kennt und liebt nun regelmäßige Gassigänge: Ausflüge, die ihn unter Menschen führten und ihn die Außenwelt neutral wahrnehmen ließen. Seine regelmäßigen zweimaligen täglichen Gassigänge zur Erledigung seiner Geschäfte und der nötigen körperlichen Bewegung haben ihm psychisch weiter geholfen. Ali liebt nun drei Tierarzthelferinnen, die sich abwechseln in seiner Betreuung und er hat nach all den Wochen nun endlich auch dem behandelnden Tierarzt das nötige Vertrauen geschenkt. Bisher waren Männer ein Furchtobjekt für Ali.

 

Dass ausgerechnet ein Tierarzt, der ihn betreut und regelmäßig seine Verbände noch wechselt, „der Mann seines Vertrauens“ wird, ist positiv verwunderlich. Es zeigt uns aber, dass Ali nicht der aussichtslose Fall mehr ist und dass jedes Unglück auch ein Quäntchen Glück in eine andere Richtung bedeuten kann. Daran haben viele Menschen mit Herz für Ali gearbeitet und keine Mühen gescheut. Einen so langen Klinikaufenthalt hatte bisher noch kein Hund!

Wir danken an dieser Stelle ganz besonders den Paten für Alis Unterstützung seit Jahren, mit der sie ihm eine gute Versorgung und medizinische Untersuchungen ermöglichten. Die monatlichen Zuwendungen sind mit in diese Tierarztkosten eingeflossen. Für diese Hilfen ist seine Betreuerin in Griechenland unendlich dankbar, da sie Ali sonst nicht diese Form der Intensivbehandlung und stationären Betreuung in einer Tierklinik nie hätte bieten können. Da die nächste zu erwartende nächste Rechnung über 1000 € nach vorsichtiger Schätzung der Tierklinik sein wird (nach Anzahlung von bereits 500 €), möchten wir an dieser Stelle Tierfreunde um finanzielle Hilfe für Ali bitten. Jeder kleine Betrag wird dazu beitragen, diese für alle ganz außergewöhnliche finanzielle Belastung zu stemmen, um daneben auch anderen Notfalltieren ihre jeweils nötige Behandlung zukommen lassen zu können. Hier steht ein halbes Dutzend an Tieren in der Warteschlange ohne die Vierbeiner, deren Rechnungen noch nicht beglichen sind.

Aktuell haben wir nur obiges Foto von Ali aus der Tierklinik, da er dort nicht besucht werden kann. Wir werden weiter zu Ali berichten mit neuen Fotos nach seiner Rückkehr aus der Tierklinik. Zwar wird ein Zwinger das erwartete Zuhause erst einmal für ihn werden müssen, da er das Bein schonen muss, damit die Wunde nicht wieder aufgeht und er sich neu infiziert, aber er wird sobald als möglich wieder im Versorgungshaus in das Hunderudel integriert werden, was problemlos vorher schon gelang, da Ali sehr sozialverträglich ist. Er sollte sich damit schneller an die menschliche Gesellschaft gewöhnen, nachdem er bereits erste Schritte auf eine weibliche Besuchsperson und die Stationsleiterin zu gemacht hatte. Dank der Bemühungen der Tierklinik ist Ali nun noch ein paar Schritte weiter in seinem Vertrauensaufbau in Menschen, was für ihn neue Hoffnung gibt.

 

Ali musste in seinem Leben schon sehr viel durchleiden. Seine jetzige medizinische Intensivbehandlung und -betreuung, die laut Tierärzten alles andere als einfach war, hat ihm zum zweiten Mal sein Leben gerettet, zumindest aber sein Bein, was für einen so großen und schweren Hund von großer Bedeutung ist. Wir hoffen, dass Ali bald wieder normal leben darf und er seinen positiven Entwicklungsweg weiter geht, den er zu erkennen gegeben hat.

 

Die größte Freude oder das größte Wunder wäre natürlich ein Zuhause für Ali bei einfühlsamen Menschen, die ihm Zeit geben wollen. Ali zeigte nie Aggressionen gegen Menschen oder Tiere, gleich, welche Schmerzen sie ihm zufügten. Seine Skepsis Menschen gegenüber liegt begründet in seiner Vergangenheit. Menschen haben dagegen keinen Grund für Angst vor Ali. Ali trägt einen großen Namen und ist eine imposante Erscheinung, aber vom Wesen ist er eine Seele von Hund, der anderen kein Leid jemals zufügte. Freundlich und zurückhaltend war bisher die Einschätzung aller, die ihn kennenlernten.

 

Angesichts der hohen Tierarztkosten bitten wir um finanzielle Hilfe mit dem Stichwort „Ali“ Vereinskonto bei der Sparkasse Oberhessen

 

IBAN: DE 39 518 500 79 0027 062660

BIC: HELA DE F1FRI

 

Spendenbescheinigungen werden selbstverständlich ausgestellt. Da Adressen nicht immer vollständig auf den Überweisungen übertragen werden, bitten wir um Adressangaben dafür zusätzlich per Mail.

Stand: 21.05.18

Ali – lebenslange Narben eines unglaublichen Leids

Welche Narben überwiegen, möchte man sich fragen: die körperlichen oder die seelischen? Da Körper und Seele eins sind und im Einklang sein müssen bei allen Lebewesen, erübrigt sich eine Antwort.

Ali hat schlimmstes Leid erfahren, welches man sich nicht weiter ausmalen möchte. Die Fotos, die seine Qualen und seine Schmerzen, wie auch seine lebensbedrohliche Situation Ende letzten Jahres zeigen, stellen wir bewusst ganz nach hinten und weisen darauf hin, dass man solche Anblicke verkraften können muss, was leichter fällt, wenn sie der Vergangenheit angehören.

Wir haben gewartet mit Alis Vorstellung, bis wir wussten, dass er überlebt und bis wir ihn als intakten Hund vorstellen konnten. Einen „Dornenkranz“ wird er sein Leben lang um den Hals tragen, dem ganze Haut- und Muskelparteien am vorderen Ende des Halses fehlen. Narben, die ihn ein Leben lang begleiten werden.

Ali war offensichtlich als Welpe schon an einer Kette und man hatte „vergessen“, die Kette am Hals  mit dem Wachstum des Hundes weiter zu stellen. Man hatte Ali ganz vergessen. Die Kette um seinen Hals wuchs so tief ein, dass Ali fast erstickte. Den Rest verursachten die Wunden, die eiterten und die Kette nur noch in Teilen in seinem Hals zeigten. Eine aufmerksame Tierschützerin hat den jungen Rüden, der sehr hungrig war, auf der Straße angefüttert und wurde ihm so eines Tages habhaft. Ali wurde sofort zum Tierarzt gebracht, der auf eine Spezialklinik verwies, da er diese Kette aus dem Hals des Tieres nicht so einfach entfernen konnte. Sie war eingewachsen. In mehreren Operationen wurden Ali Stück für Stück einzelne Kettenglieder aus dem Fleisch gelöst. Dabei mussten Teile seines Halses mit entfernt werden, da es abgestorbenes Fleisch war. Viel Leid und Schmerz für Ali, hohe Kosten und ein großer Einsatz für den Rüden seitens der Tierschützer.

Ali lebt seitdem in der Tierherberge und hat sich nach einigen Monaten komplett erholt. Die körperlichen Wunden sind abgeheilt. Er fängt an, an den Zaun zu kommen und fremde Menschen zu begrüßen, sich Leckerlis abzuholen und den Menschen anschauen zu können ohne Fluchtgedanken. Daher haben wir beschlossen, dieser armen Kreatur eine Vorstellung nun zu geben.

Ali ist noch jung, maximal 2 Jahre alt. Seine Schulterhöhe wird auf 55 cm geschätzt. Mit einem Maßstab wollte man ihn nicht unnötig verschrecken, daher haben wir erst einmal nur eine Schätzung. Während der Operationen wurde er ebenfalls noch kastriert. Dank guten Futters hat er eine Normalfigur bekommen und schönes Fell.

Was bei einer Vermittlung, so sie zustande kommen kann, zu bedenken ist: Ali braucht geduldige, ruhige Menschen, gerne einen zweiten souveränen Hund zur Seite (er ist mit allen Hunden verträglich) und ein gesichertes Grundstück. Man wird ihm nie ein Halsband anlegen können. Umso wichtiger ist ein gut sitzendes Brustgeschirr, aus dem er nicht entweichen kann und das ihm trotzdem Führung vermitteln kann. Ali muss noch viel lernen, vor allem, dass er nicht mehr solchen Menschen ausgeliefert sein wird, die ihm dieses unglaubliche Leid angetan haben. Er ist nun offener und sucht einen neuen Blick auf die Menschen, die ihn seit Monaten füttern und ihm alle Zeit der Welt ließen. Die Qualen der medizinischen Behandlungen konnte man ihm nicht ersparen.

Für Ali suchen wir auch Paten, um die Kosten, die schon alle beglichen sind, wieder dem Fundus zuzuführen, der für solche Notfälle spontan zur Verfügung stehen können muss. Mit einem hoch gegriffenen Wunsch suchen wir zudem den Stern am Himmel, der für Ali eines Tages leuchten soll mit einem Zuhause. Mitleid oder auch nur Mitgefühl mit so einem Hund ist jedoch nicht die allein ausreichende Basis, wenn man Ali ein Zuhause und wieder Freude geben möchte. Es braucht Erfahrung im Umgang mit ehemals traumatisierten Hunden. Nichts ist unmöglich, wie uns solche Tiere immer wieder zeigen, dennoch sollte man verantwortlich diesem Tier und sich und seinen Familienmitgliedern gegenüber sein, wenn man an eine Aufnahme denkt. Wir beantworten ehrlich Fragen dazu und beraten objektiv. Bis dahin behalten wir seine Entwicklung weiter wohlwollend im Auge.