Agapi (3-4 Jahre, weiblich, kastriert)

Aktualisierung Agapi am 09.10.2020

 

Agapi ist inzwischen kastriert worden. Sie erholt sich zusehends und nimmt am normalen Leben in der Station jetzt teil, wie man auf dem Video sehen kann. Agapi hat Lebensfreude zurück gewonnen. Seitdem Agapi draußen im Auslauf mit den andern Hunden sein kann, fängt sie an, andere Hunde besser akzeptieren zu können und einige sogar zu mögen.

 

Einige Wunden sind verheilt, andere benötigen noch Behandlung. Es wird dauern, bis Agapis Wunden alle verheilt sind. Narben als sichtbare Zeichen ihrer Leiden werde

n bleiben, aber dann weitestgehend unter dem nachwachsenden Fell verborgen sein.

Wichtiger ist für Agapi, dass keine seelischen Wunden sichtbar bleiben. Dies erscheint zurzeit nicht der Fall zu sein.

Stand: 02.10.2020

Notfall

Agapi – kleiner Hund, der durch die Hölle ging

Fast schon grotesk erscheint der Name der kleinen Pekinesenhündin. Der Name der geschätzt 3 bis 4-jährigen Hündin leitet sich aus dem griechischen Wort „agape“ ab, das für Liebe steht. Auch im Christentum steht der Name Agapi für die reine göttliche Liebe. Genau damit hat es Agapis Namensgeber nicht wörtlich genommen. Agapi lebte in einer Hölle und ging im traurigsten Sinne durch die Hölle.

 

Anfang August wurde die Leiterin der Tierstation zu einem Vorfall auf einer Straße gerufen. Ein Mann gab vor, eine blutige und schwer verletzte Hündin mit eitrigen Wunden auf der Straße gefunden zu haben, die Hilfe brauchte. Auch wollte er sie immer gefüttert zu haben, wenn sie zu seinem Haus kam. Agapi war voller alten und neuen Wunden, Blut und Eiter rannen über ihren Bauch. Man hörte sie abwechselnd laut schreiend und leise wimmernd, in einer körperlichen und seelischen Verfassung, wie es selbst gestandene Tierschützer nicht oft sehen (müssen). Nach verworrenen Schilderungen zu dem “Fundtier“ und dem dann auch noch geäußerten Wunsch des „Finders“, nach der Genesung von Agapi sie zurück zu bekommen, kam die wahre Geschichte langsam an die Oberfläche.

 

Agapi gehörte diesem Mann. Als sie Hautprobleme durch unbehandelte Parasiten bekam, wurde sie in den Garten zu seinen zwei großen Hunden gesetzt. Diese bissen Agapi und zerrten sie über den Beton im Hof. Durch das Schleifen über den Boden wurde Agapi weiter verletzt. Ein Biss verpasste knapp ihr Auge. Der Besitzer entriss sie seinen großen Hofhunden und schleppte sie auf die Straße, wo er vorgab, sie gefunden zu haben. Aus Mitleid mit dem Tier, das schon lange mit diesen eitrigen Wunden gelebt haben musste, verständigte er die Tierschützerin und äußerte den Wunsch, nach ihrer Genesung sie aber wieder haben zu wollen.

 

Agapi wimmerte Tag und Nacht vor Schmerzen und schien nicht zu beruhigen. Sie wurde geschoren, um die großflächigen Wunden besser versorgen zu können. Ein langer Genesungsprozess stand Agapi bevor, bei dem man zu Anfang nicht wusste, wie er ausgehen würde. Auch ihr rechtes Auge war stark verletzt durch einen Biss. Nur eins war von Beginn an sicher, dass Agapi nie mehr in diese Hölle eines solchen Zuhauses zurückkehren würde. Mit Androhung einer Anzeige inklusive der Forderung nach Begleichung der nicht geringen Behandlungskosten, die bis jetzt in der Endsumme noch nicht absehbar sind, trat der Besitzer von Agapi schließlich von diesem Wunsch zurück.

 

Vier Wochen später sieht es gut aus, dass Agapi überleben wird. Ihre offenen und nässenden Wunden sind gut verheilt. Sie ist sehr anhänglich geworden und macht ihrem Namen nun ihrerseits große Ehre. Hier wird ihre Liebe auch erwidert, zumindest von einem Menschen, dem Agapi immer nahe sein möchte. Da Agapi bei Tag und während der Arbeitszeiten der Stationsleiterin im Schlafzimmer auf dem Bett auf kühlen Laken ruhen durfte, hat sich Agapi nun auch daran gewöhnt, in einem Bett schlafen zu dürfen. Besonders nachts auf der Brust der Frau liegend genießt sie ihr Leben in vollen Zügen. Dieses Gefühl der Nähe suchen viele Hunde der Station nachts, sodass eine drangvolle Enge im Schlafzimmer grundsätzlich herrscht. Dieses hat sich zum Leidwesen der anderen gewandelt, seitdem Agapi eingezogen ist. Dagegen hat nämlich Agapi nun etwas. Sie thront auf dem Bett und weiß den Thron zu verteidigen. Bis auf zwei kleine Vierbeiner, die ihre Gnade gefunden haben, darf nun niemand mehr ihr den Platz streitig machen.

 

Die großen Angst geweiteten Augen und ihre Schmerzlaute werden unvergessen bleiben bei der Stationsleiterin. Einige Wochen später ist Agapi wie verwandelt. Sie ist eine kleine, selbstbewusste Hündin geworden, die Menschen über alles liebt und bei Vierbeinern bis auf wenige Ausnahmen heute gern den Ton angibt.  

 

Sobald Agapi körperlich gesundet und stabil ist, wird sie noch kastriert werden. Ihr Blutbild ist noch nicht befriedigend in den Ergebnissen. Insgesamt ist Agapi aber auf einem guten Weg der Gesundung an Körper und Seele.

 

Aus Agapi ist eine kleine, wieder selbstbewusste Hundepersönlichkeit geworden, die nach unglaublichem Leidensweg ein besonderes Anrecht auf ein gutes Leben fortan haben sollte.

 

Die Tierstation und der Einsatz der Leiterin ist Rettung in letzter Minute gewesen und mit all ihrer Liebe für die Stationsleiterin ist dieser einfache Ort, der so vielen heimatlosen Tieren Zuflucht und Versorgung gibt, ihr kleines Paradies geworden. Aber auch hier ist es bei so vielen Tieren für keinen Hund ungefährlich. Deshalb machen wir an dieser Stelle bereits auf Agapi aufmerksam, um nach Abheilen aller Wunden, erhaltenen Impfungen und Kastration ein passendes Zuhause für sie zu finden, wo Agapi das finden darf, was ihr Name verheißt: Liebe.

 

 

Für Agapi würde sich der Verein über Spenden freuen.

Sparkasse Oberhessen

IBAN: DE 39 5185 0079 0027 0626 60

BIC: HELA DE F1FRI

Verwendungszweck: Agapi

Für Spendenbescheinigungen bitte Adresse zusätzlich per Mail senden, da die Bank nicht immer die vollständige Adresse übermittelt.

Agapi_Film.mp4
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Agapi 09.10.20.mp4
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