Soula (geb. 10/2020, weiblich, kastriert)

Stand: 08.10.2021

 

Soula – dreibeinig nach Verkehrsunfall

 

Die Katze Soula hat in einem Jahr ihres bisher kurzen Lebens (geb. ca. 10/2020) so viel durchlebt an Unerwünscht sein, Angst und Schmerz, wie man es keinem Tier wünscht. Und doch ist es das typische Schicksal so vieler Katzen überall auf der Welt. Unerwünschter Katzennachwuchs, den man sich selbst überlässt, der schließlich im Verkehr endet. So auch Soula. Sie wurde linkseitig von einem Auto erfasst. Ein zertrümmertes linkes Vorderbein und abgezogenes Fell an der linken Hüfte waren die Folge.

 

Eine Anwohnerin brachte Soula zum Tierarzt, der das Vorderbein amputierte. Weitere innere Verletzungen gab es keine, es waren sonst nur Hautabschürfungen. Die Anwohnerin wollte danach Soula wieder zur Straße zurück bringen. Glücklicherweise blieb dies Soula erspart. Sie wurde aufgenommen im Tierschutz und gesund gepflegt, geimpft und kastriert.

 

Soula musste jemandem gehört haben, da sie Menschen mag und vertraut, was ihre Zukunft etwas rosiger aussehen lässt mit der Hoffnung auf ein Zuhause. Soula soll nicht mehr auf die Straße zurückkehren müssen, auch wenn sie jetzt vielleicht herannahende Autos besser einschätzen kann. Dies bleibt jedoch mit Zweifeln belegt, da es auch Autofahrer gibt, die auf Tiere bewusst zuhalten, um sie zu eliminieren. Jedenfalls soll Soula, einmal gerettet und mühevoll gesund gepflegt, ab jetzt nicht mehr den Gefahren der Straße ausgesetzt werden.

 

Soula mag Menschen, erschreckt sich aber vor anderen Katzen, zumindest vor der großen Anzahl der Katzen im Katzengehege. Sie ist dort die Jüngste, die sich schnell verkriecht, wenn mehrere Katzen auf sie zugehen. Vielleicht hat Soula als Katzenwelpe auf der Straße im Ringen um Futter fürs Überleben schlechte Erfahrungen mit Artgenossen machen müssen. Notgedrungen wird sie sich nun an das Zusammenleben mit den anderen gewöhnen müssen, bis sie vielleicht das Glück hat, ein Zuhause zu bekommen, in dem sie sich in Ruhe und Sicherheit wägen darf und ihre menschlichen Zuwendungen bekommt.

 

Ein Beinverlust bei Katzen ist nicht gleichzusetzen mit Bewegungseinschränkung im Alltag. Sie können klettern und springen, wie Katzen, die vier Beine haben. Sie sind schnell und haben die gleiche Lebenserwartung wie ihre Artgenossen. Die Frage ist, was sie in ihrem Leben zu erwarten haben an Vorurteilen oder Beklemmungen von Menschen, die das vergangene Leid der Tiere oft auf ihre Zukunft projizieren durch Mitleid. Genau das braucht Soula nicht mehr. Sie braucht eine unbeschwerte Zukunft. Was sie nicht mehr haben sollte zu ihrer Sicherheit ist Freigang.

 

Tierfreunde, die eine grau getigerte Katze mit drei weißen Pfoten in ihre Wohnung, gerne mit gesichertem Balkon, aufnehmen möchten, wären ein Katzentraum.