Jeremy (m) und Pardali (w) (4,5 Jahre, kastriert)

Stand: 28.05.2018

Jeremy und Pardali – Geschwisterliebe siegte

Die Geschwister Jeremy und Pardali wuchsen als Katzenwelpen in einer Tierstation in Athen auf. Sie lernten die Gesellschaft mit vielen Katzen kennen und sie lernten Menschen und Hunde über alles zu lieben. Hunde waren immer in ihrer Nähe in angrenzenden Gehegen und sorgten für die positive Abwechslung, die eine einzige Betreuerin für eine Hundertschaft herrenloser Tiere ihnen nicht geben konnte. In einer mehr als eintönigen und kargen Umgebung lernten sie nichts Böses kennen. Wenn man die normalen Entbehrungen der Freiheit und des Angebotes an Erlebnissen ausklammert, waren die beiden dort zufrieden, wenn auch für uns ohne Zukunftsperspektiven. Daher stellten wir auch diese beiden zur Vermittlung vor und es schien, als ob ihnen zusammen mit einem vermittelten Hund dieses Glück zuteil werden würde.

Menschen wollten ihnen ein gemeinsames Leben in einem Zuhause geben zusammen mit zwei Hunden. Leider stellte sich nicht das ein, was der Besitzer für sich erhoffte: „seine“ Freude an den Tieren. Ohne für uns erkennbares Mitgefühl oder einer späteren Nachfrage nach den beiden, kehrten sie zurück in die Obhut des Vereins. Bereits am Rückkehrtag zeigten Pardali und Jeremy bei uns wieder den Wunsch nach Nähe zum Menschen und die dazu nötige Vertrautheit. Pardali von der ersten Stunde an; Jeremy benötigte ein paar Tage nach dem Verlust des Zuhauses. Seit einem Jahr leben die beiden nun in unserem Verein und haben zusammen bisher keine Chance auf Vermittlung gehabt, obwohl sie alle Voraussetzungen mitbringen, die nicht nur sie, sondern auch Katzenfreunde erfreuen können.

Das Geschwisterpärchen, das sich als unzertrennlich zeigte, ist im Dezember 2013 geboren. Sie sind regelmäßig geimpft, kastriert, frei von Parasiten und aktuell negativ getestet auf FelV und FIV. Beide sind bisher keine Freigänger gewesen und vermissen auch keinen Freigang. Sie suchen die Nähe des Menschen und sehr gern die Gesellschaft von Hunden. Jeremy „spricht“ mit seinen Menschen und schmiegt sich an, während Pardali sogar ihr Futter stehen lässt, wenn Mensch oder Hund sich ihr widmen können. Es fällt oft schwer, die Katzentoilette zu säubern, ohne dass man durch Pardalis „Anlehnung“ aus dem Gleichgewicht kommt. Selbst fremde Besucherhunde werden nach Katzenart umgarnt.

Die Katzengeschwister sind verspielt, sie zerkratzen keine Möbel und sind pflegeleicht. Die Aufnahme im Verein stellt bei aller Liebe für die beiden dennoch nur eine Notunterkunft dar. Berufsbedingt sind sie den ganzen Tag über sich selbst überlassen und daher am Abend dankbar für jede Art von Zuwendung, ob im Spiel oder einfach nur im gemütlichen Beisammensein. Es sollte sich daher für diese beiden Samtpfoten endlich etwas ändern dürfen. Dafür suchen wir verantwortliche Menschen. Pardali und Jeremy kennen die Zeichen, wie sie ihre Dankbarkeit übermitteln können.

Sucht man nach unverwechselbaren Kennzeichen der beiden, so darf man bei Pardali sagen, dass Sie das Herz nicht nur „am rechten Fleck“ trägt, sondern auch an der linken Körperseite als Herzabzeichen mit dunkler Fellfärbung. Jeremy besticht durch seine Technik beim Futterdiebstahl. Er löffelt mit seinen Pfötchen Futter seitlich aus Pardalis Schälchen, um es dann sich genüsslich von der Pfote zu schlecken. Inzwischen versucht Pardali diese Technik zu kopieren. Es ist eine Bereicherung, diesen beiden Samtpfoten zuzuschauen und ihre Absichten zu durchschauen.

Umso bedauerlicher ist das Schicksal der beiden: ungewollt haben sie das Licht der Welt erblickt in ihrem Heimatland; ungewollt waren sie nach wenigen Tagen sogar in unserem Land. Das letztere war für uns das Unerwartete und Schockierende. Es zeigt einmal wieder, dass der Mensch sich der lebenslangen Treue und Zuneigung seiner Tiere sicher sein darf (manchmal sogar unverdient), Tiere hingegen bei Menschen nur eingeschränkt derer sicher sein können.

 

So sehen wir nun Pardali und Jeremy als deutschen Notfall im Doppelpack. Sie möchten künftig weiter ihr Leben teilen dürfen nach dem Motto: „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ und „Geteiltes Glück ist doppeltes Glück“. Wenn man die auf den Menschen sich übertragende Freude an den Tieren hinzu addiert, ist der Multiplikator höher. Aber auch ganz ohne Berechnung würden Pardali und Jeremy gern ein neues endgültiges Zuhause beziehen.

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