Mara (geb. 1/2018, weiblich, kastriert) - reserviert

Stand: 27.08.2020

 

Mara – sucht engen Anschluss an Menschen

 

Im Februar dieses Jahres wurde die Stationsleiterin zu einem privaten Missstand in Athen gerufen, der seinesgleichen suchte. Eine Frau hielt zwei kleine Hunde im Garten an einem Tischbein eng angekettet. Es waren kaum noch Augen und Gliedmaßen zu erkennen von zwei kleinen schmutzigen Hunden, die erbärmlich sich bemühten, wahrgenommen zu werden. Verfilzte und verdreckte Hundekörper, übersät mit Läusen und Flöhen. Deshalb durften sie angeblich auch nicht ins Haus.

 

Beim Betreten des Hauses jedoch zeigte sich ein noch schrecklicheres Bild einer menschlichen Behausung. Die Frau bat um Hilfe mit den Hunden, die so verwahrlost waren, dass sie niemand mehr anfassen mochte. Abgeben wollte sie ihre Lieblinge Mara und Rosa allerdings nicht. Erst auf das Angebot, dass man ihr das Haus und Grundstück säubern würde, aber nur, wenn die Hunde „weg kämen“, ließ sie sich darauf ein, die beiden Hündinnen abzugeben – für Mara und Rosa Rettung in letzter Not. Ein großes Angebot, das der Tierschützerin, die Wort hielt, alles an Überwindung und Kraft abverlangte - zum Wohl der beiden Hündinnen, die nie mehr an diesen Ort zurückkehren sollten.

 

In der Tierstation waren Mara und Rosa das erste Mal seit ihrer Welpenzeit nach 2-3 Jahren frei. Sie rasten herum und strahlten vor Glück, bis ihnen die Puste ausging. Das dicke Fell, das keine Luft durchließ, sorgte sogar im Februar schnell für eine Überhitzung der Körper.

 

Mehr noch aber verlangten Mara und Rosa der Leiterin ab an Einsatz an ihren kleinen Körpern. Sie erhielten antiparasitäre Behandlungen innerlich und äußerlich, wurden für viel Geld einer Tierfriseuse übergeben, die einen Tag lang brauchte, um die Hündinnen behutsam von ihrem Filz zu befreien, was am Ende nicht ohne kleine Schrammen abging. Mara und Rosa schienen zu spüren, dass man ihnen helfen wollte und ließen alles ohne eine sonst nötige Narkose über sich ergehen. Was übrig blieb, waren kleine Hunde, die sich erstmals frei und glücklich fühlten. Mit einer Schleife um den Hals feierten sie den Beginn ihres neuen Lebens in einer einfachen Tierherberge, die für sie einem Fünf-Sterne-Hotel gleich kommen musste.

 

Mara und Rosa leben seitdem zusammen mit vielen Hunden aller Größen und jeden Alters in der Tierstation. Sie sind menschbezogen und sehr anhänglich. Sobald Mara die Stationsleiterin sieht, ist sie an ihrer Seite und legt ihr den Kopf auf den Schoß oder nachts auf ihre Brust, um ihren Atem zu spüren. Ihre Augen gingen lange Zeit nie ganz zu, als ob Mara nach allem immer noch nicht glauben konnte, einem Menschen so nahe sein zu dürfen, das Streicheln der Hände zu spüren und Wärme, die sie nie kannte. Natürlich möchte Mara diese kurzen Zeiten der Liebkosungen nicht mehr teilen müssen. Entweder kommen dann andere Vierbeiner zu kurz, die die gleichen Bedürfnisse haben, die sich bei einer Person für so viele Vierbeiner nicht vervielfachen lassen, zu kurz oder Mara macht ihnen deutlich mit eifersüchtigem Blick bis Knurren, dass sie darauf Anspruch erhebt.

 

Heute sind Mara, wie auch die kleine Leidensgefährtin Rosa, die ein süßes Hundepärchen sind, aber nicht mehr unzertrennlich, so weit, vermittelt werden zu können. Sie sind doppelt geimpft, kastriert, frei von Parasiten und lebensfrohe, gesunde Hunde. Die Bluttests ergaben keine Mittelmeerinfektionen.

 

Maras größtes Glück wäre nun ein Zuhause mit menschlichem Anschluss, gern für sich allein. Sie ist verträglich mit allen Artgenossen, aber einmal auf dem Schoß von Frauchen möchte Mara keine weitere Annäherung von Konkurrenz, mit der sie Liebe teilen muss. Zu lange hat sie alles entbehren müssen, was ein Hundeherz begehrt.

Mara ist nach ihrem Aussehen eine Malteserhündin oder auch ein Mischling von ca. 2,5 Jahren, Gewicht 6 kg. Einem kleinen Hund, der aus einer wahren Hundehölle gerettet wurde, wünschen wir nun das Hundeparadies.

Mara_Film.mp4
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