Fanni (2,5 bis 3 Jahre, weiblich, kastriert)

Stand: 08.04.2018

Fanni – ein Leben an der Kette

Das bisherige Leben der ca. 2,5-3–jährigen Hündin Fanni startete an einer Kette. Die ersten Welpen der jungen Hündin verkauften die mittellosen Menschen, die sie hinter ihrem Zelt angebunden hielten. Unsere Tierschutzpartnerin erfuhr von der traurigen Geschichte von Fanni und versuchte ihr Glück bei den Besitzern, fand jedoch wenig Einsicht hinsichtlich Änderung der Haltebedingungen. Vorrangig war deshalb, die Hündin kastrieren zu lassen. Eine von anderen bezahlten Kastration akzeptierten die Besitzer nach langen Verhandlungen, weil das Grundstück von sich zankenden Rüden gerade wieder umlagert war, die eine läufige Hündin unweigerlich anzieht. In Angst um die eigenen Kinder bei so vielen aufgeregten Rüden stimmte man zu.

Die Stationsleiterin brachte Fanni, die ihr nicht mehr von der Seite wich, zum Tierarzt und zur Sicherheit nach der Kastration noch zur Beobachtung in die Station. Fanni erwies sich als völlig unkompliziert und überaus verträglich mit Artgenossen und auch mit Katzen, die sie schon kannte. Sie genoss den Freigang auf dem Grundstück und hatte anfangs auch noch Nachholbedarf im Fressen. Fanni entwickelte sich so prächtig, dass es der Stationsleiterin das Herz brach, sie an die kurze Kette zu den unmöglichen Besitzern zurück zu bringen. Unerwartet einfach war nach einem Gespräch die Übergabe von Fanni an den Tierschutz. Sie war „eh zu nichts gut“. Sie war kein Zähne zeigender Wachhund, taugte auch sonst zu nichts, wie man meinte und koste nur Geld. Mit Aufatmen war dieses Martyrium für Fanni damit beendet.

Auf Grund ihrer Größe mit 65 cm Schulterhöhe und ca. 35 kg Gewicht, würde Fanni in Griechenland wieder nur ein Leben als Wachhund bevorstehen. Diese Hunde haben nicht unbedingt das schlechteste Leben, wenn sie sich auf den Grundstücken bewegen dürfen (nicht Kettenhaltung) und versorgt werden mit Wasser und Futter (nicht nur am Wochenende auf einem Ferienhausgrundstück) und wenn sie menschlichen Anschluss haben usw. Genau den haben diese Tiere meistens nicht. Menschen gehen nur in seltenen Fällen eine Bindung mit dem Tier ein, das einen Dienst verrichten soll oder geben ihm eine andere Beschäftigung und artgerechte Haltung. Daher die Bitte an uns um Vorstellung zur Vermittlung von Fanni.

Fanni liebt Menschen jeden Geschlechts und Alters, ist gut sozialisiert mit Artgenossen. Sie geht ohne Zug an der Leine, kennt Autofahrten. Wir finden tatsächlich kein Manko bei Fanni, wenn es um die Anpassungsfähigkeit dieses Hundes geht.

Einschränkungen für Fannis Vermittlung ergeben sich aus der Größe dieses Hundes. Es ist kein Hund für eine kleine Stadtwohnung. Eine stattliche Hündin wie Fanni sollte in einem Haus mit Garten wohnen dürfen. Im Haus benötigt Fanni nicht mehr als kleinere Vertreter. Ein Liegekissen oder ein Korb. Dabei ihren Menschen nahe sein sind die verständlichen Wünsche eines jeden Hundes; das gilt auch für Fanni.

Fanni würde man von ihrer Statur und vom Aussehen zu den Hirtenhunden Griechenlands oder als Mischling einer dieser Rassen einstufen können. Die Eigenschaften, die diese souveränen, intelligenten, selbstbestimmt arbeiten könnenden Tiere zeigen, sehen wir bei Fanni in der Tierstation nicht negativ auffällig. Sie ist eher unauffällig und zeigt sich nicht als strenger Bewacher des Grundstückes mit all seinen Bewohnern oder Besuchern, sondern als interessierter, freundlicher Beobachter, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Fanni ist ruhig und sanftmütig, wirkt nie gestresst. Diese Eigenschaften findet man auch bei den griechischen Hirtenhunderassen, die sich ebenfalls durch eine besonders gute Verträglichkeit und ihr angenehm besonnenes Wesen auszeichnen, wenn es nicht um erkennbare Gefahren geht, die es abzuwenden gilt.

Fanni kann sich durchaus noch zu einem selbstbestimmt denkenden und reagierenden Tier später entwickeln, das den berühmten Kadavergehorsam eines gedrillten Hundes in Sachen Erziehung nicht bringen wird. Sie zeigt das Wesen eines loyalen, ausgeglichenen Hundes, der sicher auch seine Menschen bewachen kann, wenn erforderlich. Dies sollten Interessenten in Betracht ziehen und sich wie bei jeder Hunderasse über mögliche Veranlagungen informieren. Nicht jedes Tier einer bestimmten Rasse bringt gleiche Voraussetzungen mit. Dennoch sollte man wissen, welche es genetisch veranlagt mitbringen kann.

Generell sollten Interessenten sich nicht allein an dem sehr ansprechenden Äußeren von Fanni und ihrem herausragenden Charakter ausrichten, sondern auch an den Aufgaben, die eigentlich jeder große Hund an seine Besitzer stellt.

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