Panagiotis (verstorben im November 2012)

Panagiotis konnte sein Ticket nicht mehr einlösen

 

Knapp 5 harte Jahre waren Panagiotis vom Leben vergönnt, das ihn nach einem Verkehrsunfall am Kopf zeichnete. Eine leichte Schiefstellung des Kiefers und eines Ohrs waren sein unveränderliches Kennzeichen, das ihn unter zahllosen Schäferhundmischlingen heraus stechen ließ. Vielleicht war es aber auch sein sanfter Blick und das Wedeln, das ihn im Rudel auffallen ließ. Ein ganz besonders liebenswerter Hund. Immer freundlich, offen, den Menschen zugetan und nie aufdringlich oder Streit suchend.

 

Panagiotis lebte unauffällig und trotzdem immer präsent im großen Hunderudel, verlangte keine besondere Aufmerksamkeit, machte niemandem Mühe. Dezent setzte er sich Besuchern oder Betreuerinnen zur Seite, wenn sich die Gelegenheit ergab – dankbar für alles.

 

Den Grund für sein plötzliches Abmagern und nun auch unerwartet schnelles Versterben werden wir nicht mehr erfahren. Unsere Bemühungen für ihn konnten nichts ausrichten gegen sein Schicksal. Einziger Trost ist, dass Panagiotis wenige Tage vor seinem Tod Verwöhneinheiten und spezielle Zuwendung noch erfahren durfte, ihm gutes Futter und Aufenthalt im Versorgungshaus zuteil wurde. Eine Besucherin aus Deutschland berichtete schweren Herzens:


war am 20.10 zur blutentnahme
er ist so mager, dass mir das herz schwer war
er wirft s
ich sofort auf den boden und zeigt den bauch
ich konnte ihn ohne mühe umhertragen, lässt er sich auch gerne gefallen :-)
er sucht ruhe, hält s
ich abseits, versucht immer in meiner nähe zu sein, sitze ich auf dem boden, legt er sich zu mir an meine seite
frisst das griechische futter n
icht, was ausgeteilt wurde
frolic und leckerlies schlingt er hinunter, hat zwei große portionen gegessen
freut s
ich sichtlich über die andauernde zuwendung, kommt freudig angelaufen, sobald er uns sieht
habe mir mind. 1 stunde zeit genommen m
ich nur mit ihm alleine zu beschäftigen und seine augen haben so geleuchtet!!!!!!
rania hat ihm am abend gekocht und stand bei ihm bis er gegessen hatte

 

Das neue weiche Hundebett, das Panagiotis in seiner Hütte bei Nässe und Kälte bald wärmen sollte und gutes Futter stehen noch in Deutschland bereit für ihn. Seine Geschenke werden an seine vierbeinigen Freunde nun verteilt werden. Das Ticket, das Panagiotis sicher war, wird er nun nicht mehr einlösen.

 

Es fehlte das Ziel über einen zu langen Zeitraum für Panagiotis „ein Zuhause“.

 

Panagiotis steht für viele Hunde, die leben und stumm leiden und die nicht alle Zeit der Welt haben oder eine faire Chance bekommen, noch einmal Besseres zu erfahren. Die Welt hält nicht für alle diese Tiere eine lebenswerte Bleibe bereit. Es sind zu viele!

In Ländern, die unsere Hilfe für Tiere suchen, ist es die nicht wirklich kontrollierbare Vermehrung, die als Hauptursache neben dem unguten Umgang mit Tieren so viel Leid bringt. Aber gibt es nicht auch bei uns zu viele Tierschicksale, die durch sorglosen Umgang mit Tiervermehrung, Zucht für steigende Nachfrage nach wechselnden Moderassen herbeigeführt werden? Hinter jedem Tier steht ein Einzelschicksal, das oft nicht paradiesisch ist.