Iraklis (verstorben im Januar 2011)

Iraklis - zur kleinen Legende geworden - wird als solche in Erinnerung bleiben ...

Am 14. Januar 2011 ist Iraklis nach vergeblichen Bemühungen um ihn so still eingeschlafen, wie er auch im Leben war. Sein Ruheplatz ist nun auf einem Berg in seiner Heimat Athen, den Iraklis kannte, wenn er auf Versorgungsfahrten mit genommen wurde. Iraklis liebte Autofahrten und dabei etwas von der Welt zu sehen zu bekommen. Nun sieht er die Welt aus einem anderen Blickwinkel, ohne die schwere Last seines kleinen, alt gewordenen und geschundenen Körpers, der über lange Zeit um das Überleben immer wieder erfolgreich kämpfte und dessen Organe schließlich  versagten. 

Iraklis ruht nun auf einem Hügel mit Blick auf das MeerDer weite Horizont vor Augen am Ende des Lebens im Gegensatz zur kurzen Kette, die seinem Leben Fessel war und ihm in guten Jahren den Blick auf das Leben verwehrte.

Die schönsten Jahre seines Lebens hat Iraklis erst als alter Hund im Tierschutz verbringen dürfen. Es war ihm leider nicht vergönnt, "rechtzeitig" vermittelt werden zu können, bevor viele Anzeichen schwerwiegender Erkrankungen an und in seinem Körper ihm diesen Weg verschlossen. Der Wechsel vom Vermittlungshund zum Gnadenbrottier war nicht einfach anzunehmen, denn Iraklis gehörte zu den Veteranen der tierschützerischen Bemühungen um ein Zuhause für ein nicht mehr junges Tier.
Viele Tiere hatten gleichzeitig trotz Alter und Gebrechen die Chance bekommen, noch einmal alles kennen lernen zu dürfen, wofür Hundeherzen schlagen. Iraklis als unscheinbarer Hund mit seinem freudigen Unternehmungsdrang und seiner Lebensfreude bei aller Freundlichkeit für Mensch und Tier hatte das ganz große Glück nicht in Deutschland finden können. Jedoch  gehörte er zu den Tieren, die bei einer in Griechenland lebenden Deutschen, Frau Hoffmann, die sich von Anfang an um Iraklis kümmerte und ihn von der Kette erlöste, am Ende bleiben zu dürfen. Das letzte Jahr lebte er in ihrem Zuhause, wo er nach besten Kräften gepflegt und verwöhnt wurde. Iraklis genoss diese Zeit und die ihm entgegen gebrachte Tierliebe, die er mit anderen pflegebedürftigen Tieren natürlich teilen musste.

Die Spenden aus Deutschland sorgten für die gewissen Extras, die Iraklis so liebte: seine Bälle und Kauknochen und manchen Leckerbissen. Dank der Paten konnte man ihm das Leben schöner gestalten und seine vielfältigen Behandlungen und Medikamente anteilig mit finanzieren. Es war für Iraklis, den kleinen Kämpfer, auch im fortgeschrittenen Alter ein lebenswertes, schönes Leben, das man ihm gerne noch verlängert hätte.
 

Unser Anliegen an dieser Stelle:
Ältere Tiere brauchen nicht nur etwas Mitgefühl und Rücksicht, manchmal auch vermehrt unsere Hilfe und gewisse "Opfer". Sie können uns aber auch sehr viel vermitteln an Freude und Erkenntnis im Umgang und Leben mit Einschränkungen. Das Leben wird durch Alter und Krankheit nicht automatisch zur Qual, es verändert sich und bleibt dennoch wertvoll. Tiere können damit leben, wenn man ihnen den Raum dafür gibt, da sie nicht vergleichende Betrachtungen anstellen; wir müssen es vielfach noch lernen.
Wir freuen uns über jeden Menschen, der gerade einem älteren Tier noch ein Zuhause gibt, auch wenn es nach unserer Vorstellung nicht mehr lang währen sollte. Es lohnt sich.