Amelie (verstorben im November 2011)

Amelie

 

Es war Liebe auf den ersten Blick als ich Dich bei Tierfreunde Athen gesehen habe.

 

Wir hatten uns so riesig auf Dich gefreut,

 

wir hatten uns so viele Gedanken gemacht,

 

wir hatten Dir einen kuscheligen Platz eingerichtet,

 

Fiona hat dir ein schönes Halsband und Leine gekauft,

 

wir waren ganz nervös auf den großen Tag, an dem Du zu uns kommen solltest.

 

Dann kam die schlimme Nachricht, dass Du vergiftet wurdest. Wir verstanden die Welt nicht mehr. Wir konnten es nicht begreifen. Wir haben viele Tränen verloren und eine große Leere überkam mich. Dein Platz in unserer Stube ist einfach leer. Dein Futternapf steht leer.

 

Fiona möchte gerne, dass Du im Himmel mit Ihrem Opa spielst. Schade -  konnten wir uns doch nicht kennen lernen. Wir hätten sicher gemeinsam Spaß gehabt. Ein Kerzenlicht brennt für Dich. Du hast Deinen Platz in unseren Herzen und unsere Liebe. Vielleicht besuchst Du uns mit leisem Flügelschlag und sagst Hallo.

Deine Tatjana, Thomas und Fiona

04.12.2011

 

Going home for Christmas…..

 

Amelies großer Tag sollte heute sein. Ihre Familie in der Schweiz hat ein liebevolles Zuhause für sie vorbereitet und einen Platz nicht nur in ihrem Heim, sondern auch im Herzen aller fest für sie bereitet. Dafür wurde Amelie in Athen vorbereitet und noch kurz vorher kastriert, da die so schnell vergehenden Monate nach ihrer Aufnahme, Amputation etc. sie fast erwachsen werden ließen.

 

Vier Tage vor ihrer Ankunft in Deutschland starb Amelie an den grausamen Folgen eines Giftes, das man ihr und ihrem Hundefreund (einem Boxer) in Hackfleischbällchen über den Gartenzaun warf.

 

Die beiden Hundefreunde haben alles in ihrem kurzen Leben geteilt hinsichtlich des Schicksals, von Menschen verstoßen worden zu sein, an einem mittelmäßigen Ort mit Entbehrungen an menschlicher Zuwendung im Abseits leben zu müssen und Schmerzen erlitten zu haben. Dass sie den letzten Weg so schnell auch gemeinsam gehen würden und das auf die unvorstellbar grausamste Weise, kann man nicht glauben, wenn man denkt, sich unter zivilisierten Menschen zu befinden, die in einem geeinten Europa leben. Mitmenschlichkeit sollte sich auch am Umgang mit Lebewesen und der Natur messen lassen.

 

Die immer fröhliche und lebenslustige Amelie sollte eine glückliche Reise heute antreten. Ihr Platz bleibt leer im Flugzeug und ihrem Zuhause. Sie ist ein trauriges Beispiel, wie nah Freud und Leid zusammen treffen können und wie weit die Vorstellungen der Menschen von einem friedvollen Jahresausklang und Zusammenleben auseinander liegen.

 

Amelie wird uns in Erinnerung bleiben mit ihrem immer freundlichen, unbeschwerten  Wesen ungeachtet aller Hürden, die sie nehmen musste. Ihr Gifttod wird uns mahnende Erinnerung bleiben, wie unnütz und grausam unsere Mitmenschen ohne Not in das Leben anderer eingreifen und so viel Leid damit auslösen. 

 

Wir danken der griechischen Tierärztin und ihrem Praxisteam, der Frau, die Amelie so lange versorgte, der Familie in der Schweiz, die sie aufnehmen wollten und allen, die an Amelies Werdegang immer Anteilnahme zeigten, für das schöne Gefühl der Gemeinsamkeit in einem Kampf für ein lohnenswertes Leben mit Zukunft!

 

Die Tierfreunde Athen e.V.