Post von Jeannie: "Aus dem Paradies"
Liebe Tierfreunde, Frau und Herr Haub, liebe Frau Rania,
ich wollte mich mal bei Euch melden und Euch allen ein ganz herzliches Dankeschön sagen. Das ist sicherlich noch zu wenig aber es kommt von ganzem Herzen.
Ich bin jetzt seit 5 Monaten im Paradies. Mir geht es so gut wie nie zuvor und ich freue mich auf jeden Tag. Ich wusste gar nicht, dass das Leben so schön sein kann. Habe ja jahrelang mit meinen Kumpels an der Kette gelegen, keinen Auslauf gehabt, kein gutes Futter. Als die Fabrik in der wir lebten zu gemacht hat, hat man uns ‚vergessen’. Ab und zu kam mal jemand vorbei, um uns Essenreste zu bringen aber nach einer Weile kam diese Person auch nicht mehr. Wir haben Hunger gelitten und fast war es zu spät, aber dann kamen die Tierfreunde Athen und haben uns da raus geholt. Das war schon ziemlich gut bei Frau Rania in der Station und ich habe mich erholt.
Als es mir dann besser ging wurde ich auf die Reise nach Deutschland vorbereitet. Was eine Aufregung für mich alte Dame. Ich bin ja schon etwa 12 Jahre alt, so genau weiß ich das gar nicht. Die Zeit in der Transportbox und der Flug waren schon unheimlich und in Frankfurt wurde ich von Herrn und Frau Haub abgeholt worden. Es war ja soooo heiß und mir war gar nicht gut. Ich war sehr wackelig auf den Beinen und Frau Haub hatte schon die Befürchtung, ich schaffe das alles gar nicht. Dann kam die Autofahrt zu meinem neuen Frauchen, zum Glück ist das nicht soweit vom Flughafen Frankfurt entfernt, aber ich war fix und alle. Mein neues Frauchen hat auch einen Schreck bekommen und das Schlimmste befürchtet. Aber ich habe gemerkt, ich war im Paradies angekommen und da habe ich beschlossen noch eine ganze lange Weile bleiben.
Es gab einen ganz schicken Hundekorb für mich ganz alleine. Überall ganz weiche Kissen, keinen harten Betonboden mehr. Und es gibt neue Kameraden (Benji und Ronja) und noch Katzen, alle aus Griechenland. Mit denen verstehe ich mich gut, ich kann mich ja anpassen. Na ja, es gab natürlich auch das ein oder andere Problemchen. Ich hab ja nicht gewusst, dass man im Haus nicht einfach überall sein Geschäft machen darf. In der Fabrik war das normal, denn ich konnte da ja auch nur soweit die Kette mich ließ. Aber mein Frauchen ist nicht böse mit mir. Sie hat ja eigentlich keine Geduld, aber sie hat meine Hinterlassenschaften immer schön weggewischt, Teppiche und Körbe sauber gemacht. Wir waren dann auch beim Tierarzt und die haben da verschiedene Medikamente ausprobiert die helfen und jetzt habe ich es auch gelernt und kann mich auch beherrschen. Ich habe jetzt auch endlich einen schönen Namen. Ich heiße jetzt Jeannie und nicht mehr Factory, manchmal hör ich auf meinen neuen Namen, aber das liegt nur an der Lautstärke, ich höre nämlich nicht mehr so gut.
Mein Frauchen muß jeden Tag arbeiten gehen, das ist sehr schade, aber wir sind nicht alleine. Wir haben Hundesitter. Die gehen mit uns spazieren und beschäftigen sich mit uns und das ist richtig toll. Am Anfang konnte ich noch nicht mitgehen, weil ich ja keine Muskeln hatte. Dann bin ich halt in unserem schönen Garten rumspaziert, während Benji und Ronja spazieren gegangen sind. Ich habe dann meine Muskeln trainiert und mittlerweile darf ich auch mit spazieren gehen. Das ist immer ganz toll und ich freu mich da richtig drauf. Geht halt alles nicht mehr so schnell, aber ich mache gut mit. Ich hab auch sonst neue Freunde hier gefunden, Menschen und Tiere. Die Menschen sind alle ganz lieb zu mir und können gar nicht verstehen, dass man mich nicht schon immer so verwöhnt hat. Man ist immer sehr besorgt um mich und ich freue mich, dass alle so lieb sind. Die Tiere sind auch ganz okay. Wir haben ja noch Katzen bei uns im Haus (auch alle aus Griechenland), die sind eigentlich ganz nett, aber manchmal wollen die von meinem tollen Futter etwas stiebietzen und da verstehe ich keine Spaß. Ich esse immer alles auf und schleck dann auch noch die Näpfe von Ronja und Benji blitzblank. Ich tu so meinem Frauchen einen Gefallen und sie muß die Näpfe eigentlich nicht mehr spülen.
Ja wie ihr seht mir geht es sehr gut und wir alle hoffen, dass es noch lange so bleibt. Ich möchte nur noch sagen, dass es noch viele ältere Tiere in Griechenland gibt und die sind bestimmt auch alle so lieb wie ich und würden sich sehr über ein neues Zuhause freuen. Wir älteren Tiere sind nicht mehr so stürmisch und genießen viel mehr und wir wissen es zu schätzen, wenn wir ein neues liebevolles Zuhause gefunden haben.
Also noch mal ganz, ganz herzlichen Dank an Frau und Herrn Haub und vor allem an Frau Rania, die soviel für die Tiere in Griechenland tut und so viele Opfer bringt. Hoffentlich kann sie das noch lange machen und wird von Deutschland aus weiterhin so toll unterstützt.
Also nochmals ganz, ganz herzlichen Dank an Alle und ich hoffe ihr könnt noch vielen Tieren helfen.
Ich lass es mir weiterhin gut gehen
Eure
Jeannie

