Katy (8 Jahre, weiblich, kastriert)

Malteserhündin Katy hat nur knapp überlebt

In der Regel haben wir kleine Rassehunde, wie die Malteserhündin Katy, meist nur als Notfalltiere in der Vermittlung, da diese in ihrem Land kaum noch Aussicht auf Vermittlung haben. Sie alle hatten ein Zuhause, wie auch immer dieses aussah. Besitzer, die ihrem Tier nicht bis zum Ende ihres Lebens das Zuhause erhalten wollten und es oft noch verkommen ließen, bevor es auf der Straße landete oder abgegeben wurde. Dies gilt auch für die Hündin Katy, die zusammen mit einer zwei Jahre älteren Malteserhündin Betty unter einem fadenscheinigen Vorwand abgegeben wurde. Die beiden völlig verwahrlosten Hunde hatten, wie sich später heraus stellte, gar nicht bei einer Familie gelebt, sondern in einem Schafstall. Gesundheitlich waren beide in grenzwertigem Zustand. Gebärmutterentzündung, zugeschwollene Gehörgänge und schlechte Leberwerte ließen um ihr Leben fürchten. Ein Leben, in dem Angst dominiert haben musste, da beide vor den Menschen sich in Acht nahmen und fluchtartig ihnen aus dem Weg gingen.

Nur dank intensivster Pflege und tierärztlicher Betreuung mit Klinikaufenthalt konnte Katy noch rechtzeitig gerettet werden. Die hohe Summe der Klinikkosten wurde dem Verein von einer Spenderin aus Österreich zu einem großen Teil spontan zur Verfügung gestellt. Ein herzliches Dankeschön dafür!

Wir haben lange gewartet, bis wir nun Katy und auch Betty vorstellen möchten. Hier zunächst Katy, deren Überleben nicht garantiert war und die sich wie durch ein Wunder bestens erholt hat. Laut Tierärzten scheint es nun gewiss, dass Katy eine faire Chance hat, ganz zu gesunden. Sie ist jedenfalls nicht mehr weit davon entfernt. Die letzten Bluttestergebnisse machen Mut und die Tierärzte geben den Weg frei für eine hoffnungsvolle Zukunft für Katy und damit für ihre Vermittlung. Wie viele Jahre Katy noch bleiben werden, kann niemand vorhersagen. Wir können heute nur sagen, dass Katy einen enormen Lebenswillen hatte und hat und endlich auch Lebensfreude zeigt. Diese zu vervollkommnen und ihr Zeit und Aufmerksamkeit in einem geregelten Leben zu geben, ist unser Anliegen mit ihrer Vorstellung.

Katy ist geschätzte 8 Jahre alt. Sie ist kastriert und voll geimpft. Die Zähne wurden saniert. Ihre Ohren sind nach wochenlanger Behandlung einer hartnäckigen Entzündung wieder frei und Katy kann hören. Eine Leberbiopsie auf Grund schlechter Leberwerte zeigte keine Veränderungen, die auf ein bösartiges Geschehen wie Krebs schließen ließen. Noch bekommt Katy weiter ihre Leberdiät, die sie freudig und gierig verschlingt und unter der sich ihre Werte konstant und schnell verbesserten. Um zu verhindern, dass Katy das normale Futter der anderen mit frisst, ist Fütterungszeit für Katy in einer Transportbox, die ansonsten tagsüber offen steht und gern als Schlafhöhle auch von anderen Hunden in der Versorgungsstation angenommen wird. Ist jedoch Fütterungszeit angesagt, so flitzt Katy ungeduldig in ihre Box und schaut, wann ihre Schüssel dort hineingestellt wird und sich die Tür schließt, damit sie in Ruhe und kontrolliert fressen kann. Sie genießt es, dass kein Hund an ihrem Futternapf sich bedienen kann. Danach darf sich Katy frei bewegen unter den vielen Hunden im Haus und auch draußen.

Katy ist verträglich mit allen Artgenossen. Mit anfänglich 3,5 kg war sie die zweitkleinste Hündin neben der 10-jährigen Betty mit gleichem Schicksal. Ihre Angst vor Menschen hat Katy langsam abgelegt. Die vielen Torturen der Untersuchungen, der Operationen und schmerzhaften Ohrbehandlungen trugen nicht dazu bei, sich noch gern fangen lassen zu wollen. Inzwischen aber sind Katy ihre Menschen positiv vertraut. Sie lässt sich jetzt auch auf den Schoß nehmen und streicheln, ohne dabei „einzufrieren“ oder flüchten zu wollen. Obwohl sie nur in einem Schafstall vegetierte, hat sie das neue Leben im Haus sehr schnell für sich entdeckt und liebt die Geborgenheit und gleichzeitig die Freiheit der Bewegung drinnen und draußen. Ein Hund, der kaum Ansprüche stellt, der nach einer Vermittlung noch etwas Zeit brauchen wird, um sich ganz eng einem anderen Menschen wieder anzuschließen. Wir sind zuversichtlich, dass es bei Katy nicht sehr lange dauern wird. Ihre Augen, die bei nicht mehr nur gesenktem Kopf inzwischen sich frei umschauen und Neugier zeigen, sowie ihre Freude bei der Futtervergabe zeigen uns, dass neues Leben in ihr erwacht ist. Man könnte sagen: passend zu Ostern!

Katy hat ein langes, sehr leidvolles Leben mit schlimmer Vernachlässigung und Schmerzen hinter sich lassen können. Sie hat mehrfach bewiesen, wie groß ihr Überlebenswillen ist. Ob ihr Leben künftig ganz anders aussehen darf an der Seite von Menschen, die ihr zeigen, welche Facetten das Leben eines geliebten Haus- und Familienhundes noch haben kann, hängt davon ab, ob sich jemand für Katy melden wird, der ihr dies ermöglichen will. Für Katy suchen wir ruhige Menschen mit geregeltem Tagesablauf – ein Leben, in dem Katy einen zentralen Platz einnehmen und wieder „aufblühen“ darf.

Anmerkung: Mitleid oder das normale Mitgefühl mit einem so armen und liebenswerten Geschöpf sollte nicht der alleinige Auslöser sein, diesem Tier ein Zuhause geben zu wollen. Wir möchten darauf hinweisen, dass gerade diese Tiere neben der Fellpflege, die bei professioneller Vergabe regelmäßige Kosten bedeutet, auch Tierarztkosten mit sich bringen, die durch zumindest anfänglich noch gelegentliche Nachkontrollen von Blutergebnissen anfallen und im Alter ganz allgemein durch geriatrische Checks. Kleine Rassen bedürfen ggf. häufigeren Zahnsanierungen im Alter usw.

Die Liebe eines Tieres ist das verdiente Geschenk an seine Halter für die Hand, die sich ihnen reicht. Die Haltung eines Tieres unabhängig von seiner Größe liegt in den anfallenden Kosten nicht immer in unserer Hand. Für den Erhalt eines Tierlebens kann sich leicht ein Preis, den man z.B. für einen Welpen bei einem Züchter zahlt, um das Mehrfache erhöhen. Dies gilt es neben aller Tierliebe einzukalkulieren, damit ein Tier nicht wieder in so eine Not kommt wie Katy.

Katy_Film.mp4
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