Athen, den 11.06.11
Kein Rettungsschirm für Tiere !
Station für herrenlose Tiere vor unübersehbaren Problemen!
Die wirtschaftliche Situation in Griechenland ist uns Europäern durch die immense Hilfe, die als „Rettungsschirm“ geleistet wurde an Griechenland, bis in jedes Wohnzimmer hinlänglich bekannt. Es sind viele Gedanken, die uns dabei bewegen, kritische Anmerkungen machen und Emotionen aufkommen lassen.
Abseits dieser politischen und wirtschaftlichen Diskussionen stehen verborgene Einzelschicksale.
Die der Menschen, denen die Möglichkeit für Urteilsvermögen und freies Handeln gegeben ist, möchten wir hier nicht zur Debatte stellen oder uns mit Meinungsbildung einbringen.
Es sind die Tierschicksale die an Anzahl, Ausmaß des Leids immens angestiegen sind in dieser Zeit und die der wenigen Menschen, die sich damit beschäftigen und mit daran zugrunde zu gehen drohen. Ihre Ohnmacht ob des lawinenartig anwachsenden Leids an ausgesetzten und hinzu geborenen Tieren, denen die Straße Heimat wurde, bringen die kleinen Konstrukte der privaten Hilfen, die für jeden Einzelnen längst zu groß geworden sind, bei der neuen wirtschaftlichen Belastungssituation auf allen Ebenen ins Wanken.
Für die Menschen, die in ihrem ganzen Leben keinen Tag Urlaub oder Auszeit kannten und noch Angst um ihre gering bezahlten Arbeitsplätze (z.B. nächtliche Putzarbeiten) haben müssen, ist die Belastungsgrenze physisch und psychisch überschritten.
Wasserrechnungen, die nicht fristgemäß bezahlt werden konnten, führten zur Androhung des Abstellens des Wassers, was bei sommerlichen Temperaturen den Tod der Tiere bedeutet hätte (sie sind bereits beglichen worden). Drei der Tierärzte, die die fast 200 Tiere betreuen, haben bis auf absolute Notoperationen ihre medizinische Hilfe eingestellt, da die ausstehenden Rechnungen auf über 3000 € angelaufen waren. Den Mammutanteil bilden die Kastrationen der aufgenommen Hündinnen, die sich keinesfalls im Tierschutz noch vermehren dürfen, aber auch die Behandlung schwer verletzter und kranker Tiere, deren Leid sich im Tierschutz nicht fortsetzen soll, schlägt zu Buche, sowie dazu nötige Medikamente. Inzwischen mussten Versorgungs- und Tierarztfahrten eingeschränkt werden, da die Kosten für Benzin nicht mehr aufgebracht werden können wegen utopischer Benzinpreise, die weit über den unsrigen liegen.
Bei dem Futtermittelhändler, bei dem das billigste Futter eingekauft wird, sind es über 1500 €, die angeschrieben worden sind, weshalb auch hier ein Lieferstopp droht.
Ein dringend erforderlicher Helfer hat seine Arbeit aufgekündigt, weil diese nicht voll entlohnt werden konnte mit inzwischen 700€ pro Monat für einen Knochenjob über 24 Stunden. Neue, billigere Helfer sind schwer zu finden und können ohne Erfahrung und Engagement, das über die Bezahlung hinausgehen muss, die Versorgung der Tiere nicht zufriedenstellend übernehmen.
Eine der beiden Frauen, die seit vielen Jahren dort die Tiere vorbildlich versorgten, musste wegen grünen Stars kurzfristig an den Augen operiert werden und wird lange Zeit ausfallen. Die hinausgeschobene Operation hat sie bereits weitestgehend ihr Augenlicht einbüßen lassen.
So addieren sich existenzielle Sorgen, die eine Versorgung der Tiere nach den bisher vor Ort bestmöglichen Gesichtspunkten weiter erschweren und teilweise sogar unmöglich machen.
Die Leidtragenden dabei sind, wie immer, die Tiere selbst.
Eine scheinbar aussichtlose Situation, zu der wir von uns aus nur durch schnelle finanzielle Unterstützung beitragen können und gleichzeitig uns intensiv um Vermittlung der Tiere dort weiter kümmern wollen, um die Anzahl der zu Versorgenden damit zu verkleinern.
Wir bitten für diesen Zweck auch um Ihre Hilfe und danken dafür im Voraus.
Uns allen ist natürlich bewusst, dass wir das originäre Problem vor Ort damit nicht lösen können. Wir können nur auf Einsicht und Umkehr hoffen für den Umgang mit Lebewesen und unserer Umwelt. Bis dahin wollen wir aber nicht die vergessen, die hilflos am Rande der Gesellschaft stehen und kehren zu Idealen Albert Schweitzers zurück.
Wir wollen den Wenigen helfen, die wir mit unserer Hilfe erreichen können, „damit das Leben Zukunft hat“.

